Krisenvorbereitung: Die monastische Option

Ein Leser kritisierte, daß die Auseinandersetzung mit dem Thema Krisenvorbereitung durch bloße Diskussion nicht weiterkomme. Man müsse sich statt dessen praktisch und organisiert mit dem Thema auseinandersetzen.

Der Leser hat grundsätzlich Recht,wobei genau diese praktische Auseinandersetzung der Zweck des Projekt Ernstfall bzw. der dahinterstehenden Idee ist. Die im Blog stattfindende Diskussion krisenhafter Entwicklungen ist nur ein Teil desssen, worum es hier geht. Die Zeit für den praktischen Teil ist noch nicht gekommen.

Damit ist nicht gemeint, daß man nicht bereits jetzt schon individuell auf schwierigere Zeiten vorbereiten kann. Es ist immer richtig, seine körperliche Leistungsfähigkeit zu pflegen, ein Netzwerk von verläßlichen Personen aufzubauen, so unabhängig wie möglich von den fragilen Systemen der Gesellschaft zu werden, einige Vorräte anzulegen oder seine praktischen Fähigkeiten zu erweitern. Die bevorstehenden Krisen verlangen jedoch mehr als nur individuelle Vorbereitung, weil diese Krisen kein zeitlich begrenztes Ereignis sein werden, daß man inviduell überstehen und danach zum Alltag zurückkehren kann.

Wenn hier von Krisen die Rede ist, dann ist eine Serie von parallelen, jeweils Jahrzehnte umfassenden degenerativen Entwicklungen gemeint, in deren Zuge sich die Lebensbedingungen in Deutschland und Europa schrittweise bis an den Punkt des gesellschaftlichen Zusammenbruchs und darüber hinaus verschlechtern könnten. Nicht alle möglichen Szenare münden in den schlimmsten anzunehmenden Fall, aber einige tun es, und sie sind wahrscheinlich genug, um Vorkehrungen zu treffen.

Angesichts dieser Herausforderungen geht es nicht mehr um persönliche Vorbereitung auf schwierige Zeiten, sondern um das Ganze, das wichtiger ist als die Zukunft des einzelnen. Es geht darum, soviel wie möglich von der Substanz Deutschlands durch die Zeit der Krise zu retten, damit irgendwann auf dieser Grundlage ein Wiederaufbau möglich wird.

Dieses Konzept knüpft an Gedanken des u.a. von Oswald Spengler inspirierten US-amerikanischen Kulturhistorikers Morris Berman an, der in seinem Buch “The Twilight of American Culture” vor zehn Jahren, als die USA sich noch auf dem Höhepunkt ihrer Machtentfaltung wähnten, ihren geistigen Niedergang diagnostizierte und sie mit dem Römisch Reich in dessen Spätphase verglich. Um die verbliebene Substanz über die Zeit des Niedergangs und den zu erwartenden Kollaps hinaus zu retten, empfahl er die “monastische Option” in Anknüpfung an einige Mönche des Mittelalters, die das heidnisch-antike Erbe Europas teilweise erhalten konnten, während andere Christen große Teile davon vernichteten. In einer Besprechung des Buches heißt es:

To quote, David Knowles’s “Christian Monasticism”, the monasteries “became centres of light and life in a simple, static, semi-barbarian world, perserving and later diffusing what remained of ancient culture and spirituality”. “Or as the eminent historian Charles Homer Haskins said of them: “Set like islands in a sea of ignorance and barbarism, they had saved learning from extinction in Western Europe at a time when no other forces moved toward that end”.

Diese Form der Krisenvorbereitung, die höhere Ziele anstrebt als das physische Überleben des einzelnen, wird auch in der Dystopie “Fahrenheit 451” von Ray Bradbury beschrieben, auf die Berman hinweist. Dort sagt der Führer einer Gruppe von Menschen, die sich aus der sich selbst zerstörenden Gesellschaft zurückgezogen haben und den Inhalt verbotener Bücher auswendig lernten, um ihren Inhalt für spätere Zeiten zu bewahren:

Das wichtigste, was wir uns einhämmern mußten war, daß wir nicht wichtig sind. … Wir sind nicht mehr als die Schutzhüllen für die Bücher, sonst haben wir keine Bedeutung.

Die bevorstehenden Krisen bedrohen jedoch nicht nur das kulturelle Erbe der Völker Europas inklusive des deutschen Volkes, sondern auch ihr ethnisches Erbe, ohne das es niemals eine Erneuerung geben kann. Auf die kommenden Krisen bezogen muß die Umsetzung der monastischen Option daher weit mehr beinhalten als die Bewahrung von Kultur. Gleichzeitig umfassen die zu leistenden Aufgaben zwar auch klassische Bereiche der Krisenvorbereitung wie Sicherheit und die Bewältigung schwieriger Situationen, aber diese sind nur eine Grundlage des Angestrebten und nicht das eigentliche Ziel. Ein angemessener Ansatz der Krisenvorbereitung müsste alle diese Aspekte vereinen und sinnvoll aufeinander beziehen.

Bevor die praktische Arbeit beginnen kann, müssen viele Fragen beantwortet werden:

  • Welches Ziel wird verfolgt? Unsere Antwort darauf lautet: Es soll genug von der kulturellen und ethnischen Substanz Deutschlands über die Zeit der Krise hinaus erhalten werden, um auf dieser Grundlage irgendwann mit einem Wiederaufbau beginnen zu können.
  • Wie sehen die kommenden Krisen wahrscheinlich aus, welche Bedingungen herrschen in ihnen, wie werden sie sich vermutlich entwickeln, wie wird Deutschland davor, während und danach aussehen? Welche Schlußfolgerungen sind für das eigene Handeln zu ziehen? Ist Krise überhaupt der richtige Begriff für eine Entwicklung, die sich über einen sehr langen Zeitrum erstrecken könnte, und an deren vorläufigem Ende wahrscheinlich keine Rückkehr zum früheren Zustand stehen kann? Dazu ist eine Arbeitsgruppe aus fachlich qualifizierten Personen in Vorbereitung, die dazu eine Analyse erarbeiten soll.
  • Welche Fähigkeiten sind vorhanden? Die praktische Auseinandersetzung mit dem Thema umfasst den Rückmeldungen der Leser nach zu urteilen in Deutschland kurz- bis mittelfristig vermutlich höchstens einige hundert Personen, meist Männer jüngeren und mittleren Alters und ihre Familien. Anzusprechen sind Deutsche, die über den Horizont des Einzellebens hinaus blicken und bereit sind bei etwas mitzuwirken, das ihnen nur eingeschränkt persönlich nützt, und dessen Wirkung vielleicht erst ihre Nachkommen erfahren werden.
  • Wie können die zur Verfügung stehenden Fähigkeiten mit der erwarteten Lage so verknüpft werden, daß das Ziel erreicht werden kann? Wie muß das Vorhaben praktisch gestaltet werden (organisatorisch, rechtlich, finanziell)?

Für die Beantwortung dieser Fragen haben wir drei Jahre Zeit eingeplant. Danach beginnt der praktische Teil des Vorhabens, das hoffentlich nicht der einzige dieser Art bleiben wird.

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7 Antworten zu Krisenvorbereitung: Die monastische Option

  1. Diethelm schreibt:

    Für mich und einen überwiegenden Teil von Blutsbrüdern ist das schlimmste Krisenszenario das der ethnischen Durchmischung. Wir mögen Hungerkrisen, Wirtschaftskrisen, Kriegs- oder Besatzungskrisen, Klimakrisen, Währungskrisen, Naturkatastrophen und vieles mehr aushalten und danach weiter bestehen. Wenn allerdings der Punkt überschritten ist, wo mehr fremdes Blut in diesem Land vorhanden ist, als altes, dann ist dies – wie genannt – nicht mehr umkehrbar. Wenn wir nicht schnellstens anfangen diese Entwicklung zu stoppen, ist alles verloren. Das muss allen klar sein. Und das muss vielleicht zu geänderten Prioritäten führen.

    Und zur Definition von “Krise” und “Ernstfall” möchte ich anmerken, dass beides – im Bezug auf eine fremde Durchmischung – längst eingetreten ist. Ich weiß also ehrlich gesagt nicht, worauf wir noch warten sollen – auf eine offizielle Krisenbestätigung durch eine staatliche Definitionsmacht? Wohl kaum.

    Klar ist jedoch auch, dass eine Reaktion auf diese Krise/Ernstfall durchdacht stattfinden muss. Deshalb bin ich den Machern dieser Seite sehr dankbar, hier Zeit und Gedanken zu investieren. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass – wenn man allein die Entwicklung der letzten fünf Jahre nimmt – ein gesteigertes Bewußtsein anfängt sich durchzusetzen (fernab von Verschwörungstheorien).

    @ quer
    Dein Gedanke geht in die richtige Richtung!

  2. @quer
    Ich komme auf diese Punkte noch zurück. Demnächst wird es hier ein Forum mit unterschiedlichen Zugriffsebenen geben, in dem bestimmte Ideen dazu erst einmal ohne größeres Publikum diskutiert werden können.

    @Zweifler
    “Das schöne ist, wenn ich diese kosmischen Perspektiven einnehme, ist es mir auch egal, ob es ‘Deutschland’, die ‘Deutschen’ oder was von ihnen übrig ist, noch 100 Jahre länger oder kürzer gibt.”

    Man kann sich in der kosmischen Perspektive auch verlieren bzw. sich an ihr auch bis zur Verneblung der Sinne berauschen.
    Jemand anderes, der eine kosmische Perspektive einnimmt, ist der Technikphilosoph Ray Kurzweil, der eine transhumane Zukunft beschreibt, in welcher der Mensch bzw. dessen von ihm selbst biotechnisch geschaffene Nachfolger auf kosmischer Ebene handeln kann: http://singularity.com/aboutthebook.html
    In der Kette des Lebens, die vom Urschlamm bis zu den Sternen reicht, haben Deutsche in den letzten Jahrhunderten eine unverzichtbare Rolle gespielt, und sie könnten es weiterhin tun, wenn sie nicht die Lust dazu verlieren. In mir erzeugt die Perspektive, Teil einer bis ins Kosmische reichenden Erbfolge werden zu können, auf jeden Fall keine Gefühle von Gleichgültigkeit.
    Vielleicht werden unsere fernen Nachkommen irgendwann einmal so über die Deutschen reden wie wir heute über die Germanen, aber solange sie stolz auf ihr Erbe sein können, hätten wir unsere Pflicht getan.

  3. F451 schreibt:

    Nun gut, wenn ich anfange mich von Licht zu ernähren und Aluhüte zu tragen, dann beschäftige ich mich sowieso mit ganz anderen Problemen. Ist aber nicht für jeden eine Option.

  4. Zweifler schreibt:

    Ich lese zur Zeit John Leslies End of the World : The Science and Ethics of Human Extinction, das auf Brandon Carter’s ‘Doomsday Argument’ aufbaut (ist ein rein stochastisches Theorem, dass nichts mit Mayas oder Nostradamus zu tun hat). Entgegen der Meinung vieler macht dieses keine Aussagen darüber, wann das Ende kommt. Es besagt aber, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass wir diesem näher sind als wir denken, es sei denn wir nehmen an, dass wir uns einer extrem frühen Position aller Menschen befinden, die jemals gelebt haben werden.
    “Now consider the ‘doomsday argument’.1 Suppose that many
    thousand intelligent races, all of about the same size, had been
    more or less bound to evolve in our universe. We couldn’t at all
    expect to be in the very earliest, could we? Very similarly, it can
    seem, you and I couldn’t at all expect to find ourselves among the
    very first of many hundred billion humans—or of the many trillions
    in a human race which colonized its galaxy. We couldn’t at all expect
    to be in the first 0.1 per cent, let alone the first 0.001 per cent, of all
    humans who would ever have observed their positions in time.”
    Das schöne ist, wenn ich diese kosmischen Perspektiven einnehme, ist es mir auch egal, ob es ‘Deutschland’, die ‘Deutschen’ oder was von ihnen übrig ist, noch 100 Jahre länger oder kürzer gibt.

  5. F451 schreibt:

    Frage 2 finde ich persönlich am wichtigsten. In rechten Zusammenhängen ist das häufigste Denkmodell ja der Tag X, der mit einem nationalen Befreiungsschlag einhergeht. Das dieses auch gleichzeitig das unrealistischste Szenario darstellt, will vielen nicht in den Kopf. Kann man langfristige, negative gesellschaftliche Veränderungen überhaupt noch als Krise bezeichnen?Das ist der Punkt! Vor welchen Herausforderungen steht man selbst und der eigene Nachwuchs in einer sich so dramatisch veränderten Umwelt? Auch wenn die Zukunft noch im dunklen liegt, ist doch klar das es immer weitergehen wird. Das sieht man ja an Mittel und Südamerika. Siehe Stichwort “Brasilianisierung” Braucht man dafür nicht komplett andere Strategien? Auch ganz wichtig, es gibt kein zurück mehr in die Vergangenheit, das muß noch viel deutlicher kommuniziert werden.
    Selbst wenn man (Teil) Erfolg(e) hätte, es würde etwas neues entstehen, wenn auch hoffentlich auf einem festen, deutschen Fundament.
    Ich finde es jedenfalls schon sehr positiv, das man sich mit diesem großen Themenkomplex nüchtern und offenbar ohne ideologische Scheuklappen beschäftigen will.

  6. quer schreibt:

    Ein Nachtrag:
    Mitglieder eines solchen “Neuen Deutschen Ordens” könnten durchaus alle Menschen deutscher Zunge sein. Also durchaus Grenzübergreifend.

  7. quer schreibt:

    Aufbauend auf – und/oder verknüpfend mit – den identitären Bewegungen wäre die Gründung eines weltlichen „Neuen Deutschen Ordens“, verbunden mit einem strengen Verhaltenskodex und selektiver Aufnahmebedingungen.

    Über die Gestaltung eines solchen Ordens mache ich mir derzeit intensive Gedanken. Kernpunkte müßten sein:

    1) Wille und Fähigkeit, eine auf Dauer (!) angelegte Familie zu begründen. Dies impliziert eine gewisse Charakterstärke, die durchaus prüfbar ist.
    2) Erziehung der Kinder möglichst entfernt von staatlichen Strukturen.
    3) Streben nach Bildung im jeweils individuell möglichen Rahmen. Weit über das hinaus, was heute etwa an Schulen “gelehrt” wird.
    4) Umfassende Allgemeinbildung
    5) Meisterschaft im jeweiligen Handwerk
    6) Wehrfähigkeit, Wehrwilligkeit
    7) Einwandfreie Lebensführung, unbedingte Vertrauenswürdigkeit.

    Das ist natürlich nur ein grobes Raster. Immerhin könnte ein solches Beginnen und solche Struktur die obigen Fragen beantworten.

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