Südafrika: Paramilitärische Krisenvorbereitung im “Kommandokorps”

Veröffentlicht am 27. Februar 2012by

Eine aktuelle Dokumentation (“Afrikaner Blood”) zeigt paramilitärische Ausbildung weißer Jugendlicher im südafrikanischen “Kommandokorps“.

Das Kommandosystem, an daß sich die dargestellte Gruppe anlehnt, war eine südafrikanische Reservistenstruktur, die paramilitärische und polizeiliche Aufgaben wahrnahm und ab 2003 wegen ihrer “Rolle in der Apartheid” aufgelöst wurde.

Hintergrund solcher Formen der Krisenvorbereitung ist die außer Kontrolle geratene Gewalt gegen Weiße in Südafrika. Seit der Machtübernahme schwarzer Nationalisten ist eine fünfstellige Zahl von Weißen bei gewaltsamen Übergriffen durch Nichtweiße getötet worden (davon alleine rund 3.000 bei Angriffen auf Farmen), was in Europa offenbar verbreitet als akzeptabler Kollateralschaden bei der Durchsetzung der multikulturellen Gesellschaft in Südafrika betrachtet wird.

Während der Großteil der ethnischen Gewalt gegen Weiße offenbar kriminell motiviert ist, rufen insbesondere jüngere ANC-Anführer verstärkt auch zu politischer Gewalt auf. Weißen soll, ähnlich wie in Simbabwe, die Verantwortung für die seit der schwarzen Machtübernahme ausbleibenden Fortschritte zugeschoben werden. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichten die Gewaltaufrufe Anfang diesen Jahres, als Präsident Jacob Zuma persönlich das unter militanten schwarzen Nationalisten verbreitete Lied “Kill the Boer” (“Töte den Buren”) auf der 100-Jahrfeier des ANC angestimmte.

Trotz dieser objektiven Bedrohungslage teilen wir nicht alle Vorstellungen des Kommandokorps. Insbesondere halten wir die vertretene Einstellung, daß Schwarze gegenüber Weißen eine unterlegene Rasse darstellen, für falsch und angesichts der Machtergreifungen schwarzer Nationalisten in ausnahmslos allen ehemaligen europäischen Siedlerkolonien in Afrika für widerlegt. Die rassisch begründete Herabwertung eines Gegners mag für die eigene Seite identitätsstärkend wirken, verstellt aber auch den Blick auf die eigenen Schwächen.

Zudem neigen paramilitärische Krisenvorbereitungsstrukturen (wie sie auch in den USA verbreitet sind) allgemein dazu, einen zum Selbstzweck gewordenen Radikalismus sowie einen irrationalen Uniform- und Waffenfetischismus zu betreiben, der wenig bewirkt außer ihren Gegnern Propagandamaterial zu liefern. Auf die gegenwärtige Lage in Europa wäre das Modell davon abgesehen ohnehin nicht übertragbar.

Darüber hinaus stellen militärische Bedrohungen (etwa durch z.T. militärisch bewaffnete organisierte Gruppen von Kriminellen die Farmen angreifen) nur einen Teil des Bedrohungsspektrums dar, dem die weiße Bevölkerung in Südafrika ausgesetzt ist. Die dargestellte Ausbildung orientiert sich in diesem Zusammenhang an klassischer militärischer Ausbildung und trägt wenig dazu bei, auf den Kampf gegen irreguläre Kräfte dieser Art vorzubereiten, in deren Art kriminelle Gruppierungen in manchen ländlichen Regionen Südafrikas gegen die Farmen der Weißen operieren.

Dennoch ist das südafrikanische Kommandokorps ein interessantes Beispiel dafür, wie weiße Minderheiten in demographisch wesentlich ungünstigeren Situationen als den mittelfristig in Europa zu erwartenden auf ethnische Gewalt gegen sie reagieren können.

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