Krisenvorbereitung: Psychische Reaktionen auf Extremsituationen bei Soldaten

Die Bundeswehr verhält sich gegenüber der Öffentlichkeit nicht ganz ehrlich, was die psychische Wirkung von Extremsituationen auf Soldaten im Einsatz angeht. Grund dafür ist wahrscheinlich die Tatsache, daß sich diese Öffentlichkeit nur dann mit Soldaten identifiziert, wenn sie als Opfer in Erscheinung treten. Der handelnden Soldat, der diese Situationen erfolgreich bewältigt und sich in ihnen durchsetzt, stößt hingegen auf weniger Sympathie. Dementsprechend vermittelt man von offizieller Seite den Eindruck, daß Soldaten in erster Linie Opfer seien, die Erfahrungen im Einsatz vorwiegend als übermäßig belastend empfänden und auf diese meist mit PTSD (Posttraumatischen Belastungsstörungen) reagieren würden, die zudem meist nur in ihren extremsten Ausprägungen dargestellt werden.

Tatsächlich gibt es Soldaten, die davon betroffen sind, und sie verdienen jede mögliche Unterstützung. Es gibt aber auch andere Seiten der Erfahrungen im Einsatz, die in Deutschland gerne verschwiegen werden, was auch bei Soldaten manchmal zu der schädlichen Erwartungshaltung führt, daß man zwangsläufig zum Opfer eigentlich zu bewältigender Situationen werden müsse.

Der US-amerikanische Psychologe Dave Grossman hat sich mit den komplexen psychischen und körperlichen Reaktionen auf solche Erfahrungen im Werk “On Combat” wissenschaftlich auseinandergesetzt. In diesem Buch findet sich auch die Parabel von Schaf, Wolf und Schäferhund, die bei Militär und Polizei in den USA zum geistigen Allgemeingut gehört.

Grossman beschreibt nicht nur viele praktisch relevante Aspekte von Extremerfahrungen und ihrer Bewältigung (etwa Streßreaktionen und was sie für die Vorbereitung auf extreme Situationen bedeuten), sondern auch, daß diese Situationen unter bestimmten Bedingungen nicht ausschließlich als belastend empfunden werden, und daß der entsprechend vorbereitete Soldat psychisch meistens dazu in der Lage ist, mit solchen Belastungen zurechtzukommen oder sie sogar positiv in sein Leben zu integrieren. Daß auch viele Soldaten der Bundeswehr bewältigte Situationen dieser Art mit sehr intensiven positiven Gefühlen verbinden und diesen nicht als Opfer ausgeliefert sind, sondern ihnen aktiv begegnen, wird gegenüber der Öffentlichkeit verschwiegen und auch innerhalb der Bundeswehr tabuisiert.

In den USA geht man allgemein offener mit diesen Aspekten von Extremerfahrung der eigenen Soldaten um. In der New York Times schrieb vor einigen Tagen etwa ein Veteran der US-amerikanischen Marineinfanterie über seine Erfahrungen:

The first time we took fire, my men briefly froze, just as I did years earlier. Looking at their faces I could see the fear as they struggled to accept our reality. But within seconds of the first rounds’ hitting our position, their training kicked in and we not only suppressed but also maneuvered on the enemy. The pride I felt watching my men execute their training was immeasurable. After our first encounter with the enemy I knew they had felt what I had felt, and wanted to feel again. It was all they talked about. And when we went for days without enemy contact, my men would talk about how they missed the rush.

Eine tiefere Auseinandersetzung mit solchen Eindrücken und Erlebnissen findet man bei Ernst Jünger, dessen Werk verstärkt wieder von Soldaten der Bundeswehr gelesen wird, die man von offizieller Seite mit ihren Erlebnissen alleine läßt, solange diese sich nicht zur Darstellung des Soldaten als Opfer eignen.

Eine angemessene Vorbereitung auf das, worauf sie im Einsatz stoßen könnten,würde in in der schrittweisen Heranführung an Belastungen bis zu einer Intensität bestehen, die der psychischen und körperlichen Belastung im Einsatz möglichst entsprechen sollte. Dies wird Soldaten jedoch aus Angst vor der öffentlichen Reaktion und Sorge über die “Attraktivität des Dienstes” oft verweigert. Mittlerweile gilt es bereits als unangemessene Härte in der Allgemeinen Grundausbildung, wenn Soldaten manchmal etwas weniger Schlaf bekommen (siehe S. 13-14). Man Soldaten antworten auf solche befohlenermaßen mangelhafte Ausbildung mit gutgemeinten, aber unsachgemäßen Improvisationen zur Herstellung einsatznäherer Bedingungen.

Man sollte Extremsituationen insgesamt nicht romantisieren oder sie sich herbeiwünschen, aber auch nicht die Möglichkeiten ihrer Bewältigung und der Vorbereitung darauf verschweigen.

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5 Antworten zu Krisenvorbereitung: Psychische Reaktionen auf Extremsituationen bei Soldaten

  1. arminenstreiter schreibt:

    Ein sehr guter Beitrag über ein sehr wichtiges Thema!

  2. F451 schreibt:

    Wenn man sich diesen Bericht des Wehrbeauftragten durchliest, bekommt man fast ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln. Natürlich habe ich während meiner AGA und SGA auch den Vorgesetzten-Typ “Türsteher” getroffen, der von seinem kleinen Fitzelchen Macht ganz berauscht war. Doch genauso effizientes und qualifiziertes Personal in Altenstadt oder Hammelburg. Doch bei den Rekruten scheint es ja wirklich steil abwärts zu gehen.

  3. F451 schreibt:

    Sehr ungern verlinke ich die zeit, aber es passt sehr gut zum Thema:
    (..)Es gibt noch eine Kaffeerunde, diesmal mit dem »psychosozialen Netzwerk« aus Seelsorgern, Psychologen und Sozialarbeitern, die die KSK-Soldaten in ihre Einsätze begleiten und ihnen und den Familien auch am Heimatstandort Unterstützung bieten. Auch diese Helfer beschreiben die »professionelle Gelassenheit« der Kommandosoldaten und scheinen ihrerseits eher überrascht über die zivile Perspektive, die immer noch einmal nach Traumatisierungen durch das Tötenmüssen fragt. Von »Resilienz« spricht der Psychologe, vom Vermögen, mit harten Umständen umzugehen. »Es sind eben sehr gute Soldaten«, sagt er: »Sie haben tatsächlich mehr Ressourcen zur Verarbeitung von psychischen Belastungen.« Und im Ernstfall, fügt der katholische Pfarrer hinzu, nehme der Soldat nicht wahr: »Den und den hab ich erwischt«, sondern: »Wir sind alle wieder gesund nach Hause gekommen.«(..)

    http://www.zeit.de/2010/31/KSK-Kommando-Spezialkraefte

  4. Meyer schreibt:

    Das Bild der Schafe, Wölfe und Schäferhunde selbst ist wenig sprechend. Denn es macht jeden, der versucht, sich dort irgendwo einzuordnen (natürlich als Schäferhund) zu einem Idioten (im altgriechischen Sinne). Das Bild hat – selbstsprechenderweise – “vergessen”, den Schäfer, den Scherer und den Metzger zu erwähnen.
    und selbst in diesem erweiterten Bild fehlt noch der Weideverpächter, dessen Hypothekenbank und deren Refinanzierung. Weder Schaf, noch Wolf, noch Schäferhund können dies sehen.
    Die Schäferunde schützen nicht die Schafe, sondern den Vorgang der Refinanzierung. Um es noch komplexer zu gestalten: Sie schützen die Kapitalausschüttungen der Banken an ihre Gesellschafter. Um etwas anderes geht das Spiel seit Mitte des 19. Jhdt. nicht.

    Um es zu verdeutlichen: Mit fünf Euro Eigenkapital darf eine Bank ca. 95 Euro zu derzeit ca. 0,5% p.a. Zinsen bei der EZB aufnehmen. Für einen großen Teil erwerben sie dafür Staatsanleihen, die ca. mit 3,5 bis 7% p.a. verzins werden. Das bedeutet, daß sie im Mittel 100% Gewinn mit Staatsanleihen – auf das Eigenkapital gerechnet – machen – jährlich. Fragen? Keine? Auf die Weide wegtreten, ihr Schafe!
    Hyptheken- und Grundschuldgeschäfte waren waren Ende des 19. Jhdt. “der Knaller” und hat einen großen Teil des Landadels ruiniert. Aber gegen die Refinanzierung über Staatsanleihen ist selbst das nur Peanuts.

    Wer dieses Geschäft einmal verstanden hat und die Tatache, daß der einzige Existenzgrund westlicher Staaten seit 1913 derjenige ist, dieses Geschäftsmodell zu schützen und zu verbreiten, der weiß auch, wieviel Macht sich in diesen 100 Jahren angesammelt hat.

    Ein Blog mit Namen “zerohedge.com”, schon lange kein Geheimtip mehr, ist zum Verständnis der realen Machtverhältnisse relevanter, als alle deutschen Politblogs zusammengenommen. Es wäre wert, in jeder Blogroll an herausragender Stelle zu stehen.

    Die Bundeswehr, von der Spitze bis zum Panzergrenadier, ist bloß eine Schafsherde, von denen ein paar glauben, sie seien Schäferhunde.
    Die Preußische, Bayerische, Württembergische und Sächsische Armee, sowie diejenige des k.u.k. Heeres im WK I und Wehrmacht und unterstellte Teile im WK II kämpften gegen diesen imperialen Moloch. Die Bundeswehr hingegen ist Teil dieses Molochs. Ich betrachte sie heute wie einst Arminus das römische Heer, als er noch dessen Offizier war. Viele Offiziere und Feldwebel tun das!

    Man lernt in der Bundeswehr den Umgang mit Wehrtechnik, Taktik und Einsatzgrundsätzen. Da wo die Bundeswehr offensichtlich unzureichend ist, braucht man sich bloß an die Vorgängerin zu halten. Und man muß muß nur die Augen offen halten, wie leicht man auch den besten Armeen einheizen kann. Die älteren OAJ haben auch dies noch in den EKL I und II gelernt. Wer war auf dem “Moniteur”?

    Aber eines ist klar. Wenn man Einzelkämpfer bleibt, kann jeder mit einem machen, was er will. Das alleine ist der Kern. Und eine Großbank alleine hätte auch dem überforderten Wilson eine “Fed” nicht aufschwatzen können.
    Hier ist der Ansatz.

  5. quer schreibt:

    “Studien und Erfahrungsberichte zeigen ingesamt, daß der vorbereitete Mensch nicht zum Opfer schwieriger Situationen werden muß, und wenn er sie in Gemeinschaft bewältigt, können die damit verbundenen intensiven Erfahrungen auch positiv in das eigene Wesen integriert werden.”

    Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Allerdings ist diese (prägdende) Erfahrung beim Militär schon 50 Jahre her. Als Jägerleitoffizier (ILO) mit direkter Anbindung an das Nato-HQ auf dem Höhepunkt der Kuba-Krise. Es verwundert noch heute, mit welcher Kühle und gespannter Gelassenheit im Wissen des Möglichen die Tätigkeit im Gefechtsstand ablief. Es ging tatsächlich nur um Minuten. Später erfuhren wir, daß die Kommandanten auf See die Gefechtsorder befehlsgemäß geöffnet hatten…..

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Zur Diskussion über stärkere Einschränkungen des Schußwaffenbesitzes in den USA und Deutschland

Veröffentlicht am 11. Januar 2013by

Die Diskussion über stärkere Regulierung des Schußwaffenbesitzes in den USA wird auch von Aktivisten in Deutschland und ihnen nahestehenden Medien mit dem Ziel aufgegriffen, den hierzulande wesentlich stärker regulierten legalen Schußwaffenbesitz noch weiter einzuschränken, wobei ignoriert wird, daß fast alle mit Schußwaffen begangenen Straftaten in Deutschland mit illegalen Schußwaffen begangen werden. Es geht den Aktivisten also offensichtlich nicht um Bekämpfung von Kriminalität, sondern um die ideologisch motivierte weitere Einschränkung der Rechte legaler Waffenbesitzer, die von den Grünen z.B. unlängst als “sexistisch”, “rassistisch” und “militaristisch” bezeichnet wurden. Wolfgang Wieland, innenpolitischer Sprecher der Grünen, sprach bezüglich legaler Waffenbesitzer sogar von einer “speziellen Klientel von Menschen”, die einen “Defekt in ihrem Ego haben.” Was nicht ins grüne Menschenbild paßt, soll verboten werden. Das Ziel ist ein linker Obrigkeitsstaat, der im Menschen nicht den freien und mündigen Bürger will, sondern den wehrlosen Untertanen.

Zur Durchsetzung dieses Zieles nehmen aktivistische Medien aktuell verstärkt Bezug auf die Diskussion in den USA, die jedoch meist nur verzerrt dargestellt wird. Legale Waffenbesitzer sollen als Fanatiker und potentielle Mörder dargestellt werden, die sich dem gesellschaftlichen Fortschritt verschließen. Tatsächlich ist Schußwaffenbesitz in den USA ein Grundrecht, das Teil der freiheitlichen Tradition des Landes ist. Das Recht des Bürgers auf Leben gilt dort soviel, daß man ihm das Recht auf bewaffnete Selbstverteidigung nicht verweigert. In Deutschland wird der Wunsch nach Selbstverteidigung in den allermeisten Fällen hingegen nicht als Bedarfsgrund für Schußwaffenbesitz anerkannt. Zu den wenigen Ausnahmen gehören Bundestagsabgeordnete, was der Praxis in der DDR ähnelt, die dieses Recht ebenfalls der Herrschaftselite vorbehielt.

In der staatskritischen US-amerikanischen Tradition ist legaler Schußwaffenbesitz auch Teil der Kontrolle der Regierung durch das Volk und soll tyrannischen Entwicklungen in der Politik vorbeugen. Das Widerstandsrecht ist dort nicht nur ein zahnloser Paragraph wie in Deutschland. Von Jeff Cooper, einem der weltweit bekanntesten Schußwaffenausbilder, stammt das Zitat:

Pick up a rifle and you change instantly from a subject to a citizen.

Auch in den USA wird der Großteil der mit Schußwaffen beganngenen Kriminalität mit illegalen Schußwaffen begangen und spielt sich innerhalb eines relativ gut abgrenzbaren Teiles der Gesellschaft ab, der jedoch auch gesetzestreue Bürger bedroht. Wenn US-amerikanische Waffenrechtsaktivisten sagen, daß nur ein bewaffneter Bürger einen bewaffneten Kriminellen aufhalten kann, dann drücken sie nur das Offensichtliche aus. Schärfere Gesetze verhindern mit illegalen Waffen verübte Kriminalität nicht, weil der Kriminelle sich ohnehin nicht an Gesetze hält. Eines der schärfsten Waffengesetze der Welt gilt in Mexiko, wo in den vergangenen Jahren zehntausende Menschen durch illegal bewaffnete Banden ermordet wurden. Auch die stets nur reaktiv handelnde Polizei kann zwar den Straftäter verfolgen, aber nicht den Bürger im Augenblick der Tat schützen.

Deutschland braucht somit kein schärferes Waffengesetz, sondern die Anerkennung von Selbstverteidigung als Bedarfsgrund für Schußwaffenbesitz für alle Bürger ohne Vorstrafen oder gesundheitliche Einschränkungen bei gleichzeitigem Vorgehen gegen illegalen Schußwaffenbesitz.

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5 Antworten zu Zur Diskussion über stärkere Einschränkungen des Schußwaffenbesitzes in den USA und Deutschland

  1. Dunkler Phoenix schreibt:

    Wir geben das Gewaltmonopol (allerdings nicht das Recht auf Selbstverteidigung, Danke für den Hinweis!!!) an den Staat ab, damit wir nicht “jeder gegen jeden” spielen müssen. Wenn der Staat aber diese Funktion, uns vor Gewalt zu schützen, nicht mehr ausübt, dann hält er seinen Part des Deals nicht mehr ein und wir sind auch nicht mehr daran gebunden.

    Ein Mitglied des ZDJ wurde jüngst überfallen, er sagte den Räubern nur, dass er eine Schußwaffe trägt und sie ließen ihn in Ruhe. Warum DER eine Waffe haben darf, ist doch einsehbar, nicht?

    Verbot von Waffenbesitz ist Entmündigung. Und die Erziehung zur “Gewaltfreiheit” tut ihr Übriges. Die Opfer von Breivik kauerten alle nur da und hielten die Arme vors Gesicht. Da waren 800 Leute auf der Insel. Keiner (bzw. wohl nur ein einziger) kam auf die Idee, sich gegen den Angreifer zu wehren, alle warteten nur auf die Polizei.

  2. Konservativer schreibt:

    Ein nicht unbeträchtlicher Teil meiner “Schützlinge” besaß bzw. besitzt illegale Waffen. Unter Kriminellen nichts besonderes. Scheinbar auch nicht für die Justiz im Raum Bremen, denn illegaler Waffenbesitz von Kriminellen wird kaum bestraft. Da diese zumeist für andere Straftaten verurteilt werden (u.a. Raub, Einbruch, Drogenhandel, Körperverletzung), im Zuge einer Hausdurchsuchung dann eine Waffe oder auch mehrere Waffen gefunden werden, wird der illegale Waffenbesitz lediglich hinzugerechnet und selbst dann sind Bewährungsstrafen eher die Regel (Beispiel: 100 Einbrüche, 2 Raubüberfälle und der illegale Besitz einer Schusswaffe macht zusammengerechnet sagen wir mal 20 Monate, zur Bewährung ausgesetzt, wieviel davon auf den illegalen Waffenbesitz entfällt darf geraten werden bzw. weiß nur der Richter).
    Im Klartext, illegaler Waffenbesitz macht für den Kriminellen “den Kohl nicht fett”, ist für ihn eher eine Marginalie, zumindest wenn ein Einsatz bzw. Gebrauch dieser illegalen Waffe(n) nicht nachgewiesen werden kann. Bei Überfällen auf Spielhallen, Tankstellen, Kioske und Geschäfte verschiedenster Art werden zumeist Schusswaffen (sowohl echte als auch Gaspistolen etc.) eingesetzt, die Überfallenen sind allerdings in der Regel nicht in der Lage, Schusswaffen korrekt zu identifizieren. Da auch relativ selten geschossen wird, die Überfallenen zumeist kooperativ sind und das Bargeld freiwillig aushändigen, gibt es auch keine Patronen, die dann den Schusswaffen zugeordnet werden können.
    Ob bei einem vorbestraften Kriminellen im Vorstrafenregister neben anderen Straftaten zusätzlich noch illegaler Waffenbesitz vermerkt ist, ist dem Kriminellen gleichgültig.

    Nicht jedoch dem gesetzestreuen, unbescholtenen Bürger, für diesen zieht der illegale Besitz einer (Schuss)Waffe nicht selten das berufliche Aus (Karriereende) nach sich, weil er nach einer Verurteilung vorbestraft ist.

  3. @Wifman
    Unfälle etc. sind bei legalen Schußwaffenbesitzern in der Tat ein weitaus größeres Problem als von ihnen verübte Straftaten. Diese werden durch unsachgemäßen Umgang verursacht, u.a. die schlechte Mündungsdisziplin, die die Dame im Video zeigt. Die Sachkundeprüfung, wie sie in Deutschland vorgeschrieben ist, hat durchaus ihren Sinn.

  4. Alex schreibt:

    Ich selbst bin zwar persönlich auch kein wirklicher Freund von Waffen; aber das nicht wenige Teile in der Politik und diversen “Interessensverbänden” (bewusst?) nicht zwischen Verbrechen mit registierten – und nicht-registierten Waffen – unterscheiden können (oder wollen), spricht wirklich bemerkenswerte Bände.

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Kriegerethos: “Der heroische Realismus”, von Ernst Jünger

In der sterbenden Weimarer Republik zählte Ernst Jünger zu den konvervativ-revolutionären Stimmen, die bzgl. der Perspektivlosigkeit dieses Staates keinen Illusionen anhingen. In seinem Text über den “Heroischen Realismus” beschreibt er eine Weltanschauung, die der Erfahrung von Niedergang und Krise mit kompromissloser Annahme des eigenen Schicksals gegenübertritt.

Wir veröffentlichen hier einen Auszug. Der vollständige Text kann im Archiv abgerufen werden.

_____________________________________________

“Sollen wir wünschen, daß wir heute nicht zu erfahren brauchten, was eine Niederlage zu bedeuten hat? … Daß die Parteien einig wären? Daß es uns gut ginge? Daß Deutschland von liberalistischen Literaten und den Lesern ihrer Bücher, von Gardeoffizieren und Musketieren, von Teufeln, von Engeln oder von Pazifisten bevölkert wäre? … Alles dies ist ein unerschöpfliches Material für Bücher, Broschüren, Rundfragen, Leitartikel und Feuilletons.

Für den heroischen Realismus sind dies jedoch keine Fragestellungen von Rang. Die ewige Utopie des Friedens, des Glückes und der Vollkommenheit scheint ihm wie der Regenbogen, den ein Kind nach dem Gewitter zu erbeuten strebt, und der sich mit jedem Schritte weiter entfernt. Er sucht nicht die Lösungen auf, sondern die Konflikte, – in ihre Schärfe und Unerbittlichkeit scheint ihm der ewige Sinn des Lebens eingebettet zu sein. Daher widerstrebt es ihm ebensosehr, einen Krieg nur aus dem Grunde für sinnlos zu halten, weil er verloren ging, wie er es ablehnt, einen Zustand der äußersten Spannung, des furchtbarsten inneren Druckes, unter dem ein Land lebt, als nicht notwendig anzusehen. …

Man sagt, daß der Krieg der Vater aller Dinge sei, – aber der beste Vater des Krieges ist der Bürgerkrieg. Darauf aber, daß die Entscheidungen geschlagen, daß sie mit allen Mittel ausgetragen werden, kommt es in weit höherem Maße an als auf die Formulierungen, unter denen der Aufmarsch geschieht. …

Denn das eigentliche Ziel der inneren Auseinandersetzungen ist nicht die Freiheit, sondern die Verantwortung. Der Sieger in diesem Kampfe, wer es auch sei, wird sich zur Führung des deutschen Siegels gezwungen sehen. Daß aber dieses Siegel hart ausgeprägt werde, und daß es seinem Verwahrer nicht leicht werde, in den Stand der absoluten Vollmacht zu gelangen, dafür bürgt diese Zeit, die nicht weniger als alles in Frage stellt, dafür bürgt dieses Land, das sich bis in den feinsten seiner Nerven und bis in die neutralste seiner Kräfte mobilisiert. Was könnte man ihm denn wünschen, das nicht schon unsichtbar in ihm enthalten ist? In ihm zu leben, teilhaben zu dürfen an seinen Konflikten, so wie sie sind, das ist eine süße und bittere Lust, ebenso wie es eine süße und bittere Lust war, unter den letzten Soldaten des Jahres 1918 leben zu dürfen, die nicht mehr angriffen mit dem Jubel der Freiwilligen von 1914, aber die dennoch angriffen, und die mehr als Freiwillige waren. In ihre unvergeßliche Gesichter war der düstere Anblick des Deutschland von heute bereits ebenso eingezeichnet, wie in das Deutschland von heute das Deutschland von morgen eingezeichnet ist. …[D]amals wie heute bedeutet deutsch sein im Kampfe sein.”

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2 Antworten zu Kriegerethos: “Der heroische Realismus”, von Ernst Jünger

  1. Aus urheberrechtlichen Gründen kann das Dokument hier leider nicht zur Verfügung gestellt werden. Er wurde ursprünglich abgedruckt in “Die Literarische Welt”, 28. März 1930.

  2. Taurec schreibt:

    Der Verweis auf das PDF-Dokument funktioniert nicht.
    Kann er berichtigt werden? Wo ist er darüber hinaus einsehbar, bzw. welcher Publikation wurde er entnommen?

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Kriegerethos: Ernst Jünger über Pazifismus und den Krieg als Naturgesetz

Ernst Jünger schrieb in seinem Werk “Der Kampf als inneres Erlebnis” über den Pazifismus:

“Der Krieg ist ebensowenig eine menschliche Einrichtung wie der Geschlechtstrieb; er ist ein Naturgesetz, deshalb werden wir uns niemals seinem Banne entwinden. Wir dürfen ihn nicht leugnen, sonst wird er uns verschlingen.

Unsere Zeit zeigt starke pazifistische Tendenzen. Diese Strömung springt aus zwei Quellen, dem Idealismus und der Blutscheu. Der eine verneint den Krieg, weil er die Menschen liebt, der andere, weil er sich fürchtet. Dazu gehört auch der Ästhet.

Der eine ist vom Schlage der Märtyrer. Er ist ein Soldat der Idee; er hat Mut: daher muß man ihn achten. Ihm gilt die Menschheit mehr als die Nation. Er glaubt, daß die wütenden Völker doch nur der Menschheit blutige Wunden schlagen. Und daß, wenn die Waffen klirren, der Bau des Turmes ruht, den wir bis in den Himmel treiben wollen. Da stemmt er sich zwischen die blutigen Wogen und wird von ihnen zerschmettert. Dem andern ist seine Person das Heiligste; daher flieht oder scheut er den Kampf. Er ist der Pazifist, der die Boxkämpfe besucht. In tausend schillernde Mäntel – besonders in den des Märtyrers – weiß er seine Schwäche zu kleiden, und mancher davon scheint nur allzu verlockend.. Darüber aber muß man sich klar sein: Treibt der Geist eines ganzen Volkes solcher Richtung zu, so ist das ein Sturmzeichen des nahen Unterganges. Eine Kultur mag noch so ragend sein – erlischt der männliche Nerv, so ist sie ein Koloß auf tönernen Füßen. Je mächtiger ihr Bau, desto fürchterlicher der Sturz.

Da möchte jemand fragen: “Wohl mag der liebe Gott bei den stärksten Bataillonen sein, sind aber auch die stärksten Bataillone bei der höchsten Kultur?” Gerade deshalb ist es die heilige Pflicht der höchsten Kultur, die stärksten Bataillone zu haben. Es können Zeiten kommen, wo flüchtige Hufe von Barbarenrossen über die Trümmerhalden unserer Städte klappern. Nur der Starke hält seine Welt in der Faust, dem Schwachen muß sie in Chaos zerrinnen.

Betrachten wir eine Kultur oder ihren lebendigen Träger, das Volk, als ständig wachsende Kugel, so ist der Wille, der unbedingte und rücksichtslose Wille zu wahren und zu mehren, das heißt: der Wille zum Kampf, das magnetische Zentrum, durch das ihre Struktur gefestigt und immer neue Teile herangerissen werden. Verliert dieses Zentrum seine Kraft, so muß sie in Atome zerrieseln.

Beispiele aus der Geschichte sind billig. Bei jedem Zusammenbruch sehen wir Schwäche, die irgendein Stoß von außen plötzlich offenbart. Dieser Stoß kommt jedesmal mit unfehlbarer Sicherheit; das liegt in der Einrichtung der Welt begründet. Die Sucht zu zerstören ist tief im menschlichen Wesen verwurzelt; alles Schwache fällt ihr zum Opfer. Was hatten die Peruaner den Spaniern getan? Wer Ohren dafür hat, dem singen die Urwaldkronen, die heute über den Ruinen ihrer Sonnentempel federn, die Antwort. Es ist das Lied vom Leben, das sich selbst verschlingt. Leben heißt töten.

Auf der Insel Mauritius lebte einst das Volk der Dronten, das friedlichste Volk, das man sich denken kann; waren sie doch sogar nahe Verwandte der Tauben. Sie hatten tatsächlich keinen Feind, konnten vor Unbeholfenheit kaum gehen und nährten sich von Pflanzen. Ihr Fleisch war ungenießbar; daher ihr Beiname “die Ekelvögel”. Trotz alledem: Sie waren ausgerottet, nachdem man kaum ihr verlassenes Eiland entdeckt hatte. Ein Bild, das man sich so recht vorstellen kann: Das holländische Schiffsvolk, ohne Ermatten – in solchen Dingen ist der Mensch wirklich unermüdlich, keiner ist rastloser als der Jäger – Knittel und schwere Spieren schwingend, und die vielen tausend großen, schwerfälligen Vögel, die mit erstaunten Augen das Gemetzel betrachten, bis auch ihnen der Schädel zerbricht. “Nun immerhin, diese kleine Episode spielte noch vor dem Dreißigjährigen Kriege. Man dürfte doch annehmen, daß heute zur Zeit des Schulzwanges, der Tierschutzvereine usw., usw. – –”

[Die] Menschen werden den Krieg niemals überwinden, denn er ist größer als sie. Wohl wird die erschöpfte Faust zuweilen sinken, wohl werden sie für Zeiten keuchend abseits stehen, wohl werden sie diesen oder jenen Krieg durch einen Frieden beenden, wohl werden sie manchmal sagen: dies sei der letzte Krieg gewesen. Aber der Krieg ist nicht tot, wenn keine Dörfer und Städte mehr brennen, wenn nicht mehr Millionen mit verkrampfter Faust im Feuer verbluten, wenn man nicht mehr Menschen als wimmernde Bündel auf die blanken Tische der Lazarette schnallt. Er wird auch nicht geboren von einigen Staatsmännern und Diplomaten, wie viele glauben. Das alles ist nur äußerlich. Die wahren Quellen des Krieges springen tief in unserer Brust, und alles Gräßliche, was zuzeiten die Welt überflutet, ist nur ein Spiegelbild.”

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Der Mensch als Gemeinschaftswesen

Veröffentlicht am 4. Oktober 2012by

Bei unserer Suche nach einem Ethos für den Ernstfall orientieren wir uns vor allem auch an den Erkenntnissen der Naturwissenschaften (etwa der Evolutionspychologie und der Soziobiologie in der Tradition von E.O. Wilson, hier eine Kritik seines aktuellen Werkes “The Social Conquest of Earth”) bzgl. der Natur des Menschen.

Eine der Grundfragen bezüglich der Organisation für den Ernstfall ist es, ob der Mensch in erster Linie ein Einzel- oder ein Gemeinschaftswesen ist. Hier gab es seit Aristoteles nur wenige relevante neue Erkennisse. Die Naturwissenschaften haben seine These, der zufolge der Mensch ein Gemeinschaftswesen sei, in den vergangenen Jahrzehnten weitestgehend bestätigt.

Einige Erkenntnisse dazu aus jüngster Zeit:

  • E.O. Wilson als einer der bedeutendsten Evolutionsbiologen der Gegenwart sieht “Gruppenselektion” als die treibende Kraft hinter der Herausbildung menschlicher Tugenden an, zu denen er u.a. Ehre und Pflichterfüllung zählt.
  • Eine Forschergruppe um den Biologen Christopher Boehm untersuchte Naturvölker auf ihr Sozialverhalten. Ausnahmslos alle untersuchten Naturvölker würden einem gemeinschaftsorientierten Ethos folgen und Homogenität nach innen anstreben. Verhalten würde hauptsächlich durch das Ehrgefühl der Mitglieder dieser Gemeinschaften reguliert, das gemeinsame und von allen Mitgliedern als selbstverständlich betrachtete Regeln voraussetze. Wer sich altruistisch verhalte und der Gemeinschaft diene, gewinne an Ansehen bzw. Ehre und damit auch an Möglichkeiten zur Fortpflanzung. Wer sich hingegen egoistisch verhalte, würde durch Ächtung, Ausschluß aus der Gemeinschaft oder auch Tötung bestraft. Verhaltensweisen, die zunächst nur auf wenige beschränkt waren, verbreiteten sich nach Generationen der Selektion so auf immer mehr Menschen.
  • Die Biologen Laurent Lehmann und Marc Feldman untersuchten ebenfalls Naturvölker und fanden heraus, daß sich altruistisches Verhalten hier nur auf die eigene Gemeinschaft bezieht. Gegenüber anderen Gemeinschaften sei eine abgrenzende, in vielen Fällen offensive Haltung evolutionär von Vorteil gewesen. Dieser Vorteil sei u.a. durch besseren Zugriff auf Ressourcen und mehr Fortpflanzungssmöglichkeiten durch Zugriff auf Frauen anderer Gemeinschaften entstanden. Dies ist auch bei anderen Primaten zu beobachten, und Folgen dieses Verhaltens wurden z.B. auch durch die Bevölkerungsgenetik beobachtet, die etwa in Europa festgestellt hat, daß im Erbgut der heutigen Europäer weitaus mehr Spuren altsteinzeitlicher Frauen zu finden sind als Spuren altsteinzeitlicher Männer. Die Forscher schlußfolgerten daraus, daß die Männer oft im Zuge mittelsteinzeitlicher Wanderungsbewegungen durch von Osten her nach Europa vordringende indoeuropäische Eroberer getötet wurden.
  • Wie heute noch in ernstfallorientierten Berufen gelehrt wird, kam es evolutionsbiologisch immer auf die Gruppenleistung an, nicht auf die Einzelleistung: “Most genetic influences are largely irrelevant in selection of the group’s success, because individuals are readily replaced. In the same way that the human body is not compromised by the loss of individual cells, neither is the human society compromised by the loss of individual members.”

Aus diesen Erkenntnissen folgt nicht, daß der Mensch auf solches Verhalten absolut festgelegt ist oder sich so verhalten sollte, aber es folgt daraus, daß Gemeinschaften von Menschen unter den Bedingungen des Ernstfalls, die diesem Verhalten folgten, sich als besonders überlebensfähig erwiesen haben und sich unter den Bedingungen des Ernstfalls tendenziell auch künftig zu ihrem eigenen Nutzen so verhalten werden. Wer sich mit dem Ernstfall auseinandersetzt, muß dies zumindest zur Kenntnis nehmen.

Bestimmte Aktivisten im akademischen und politischen Bereich lehnen das Konzept der Natur des Menschen als “biologistisch” ab, weil es ihren utopischen Gestaltungsvorhaben Grenzen setzt. Sie glauben, daß der Mensch von den Naturgesetzen losgelöst existiere und allein sozialen Faktoren unterworfen sei. Darauf, daß ihre Vorhaben ständig an der Wirklichkeit scheitern, reagieren diese Aktivisten mit moralischen Vorwürfen gegen diese Wirklichkeit, die gerne für “ungerecht” etc. befunden wird. Diese Option steht im Ernstfall jedoch nicht zur Verfügung. Hier muß das eigene Handeln zuverlässig Ergebnisse liefern und sollte daher auf möglichst wirklichkeitsgerechten Annahmen beruhen. Diese müssen so belastbar sein, daß sie auch noch unter den ungünstigsten Umständen Geltung haben.

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4 Antworten zu Der Mensch als Gemeinschaftswesen

  1. Pingback: Identität und Dekadenz: Geistige Entwaffnung durch geschlechtsneutrale Erziehung am Beispiel Schwedens « Gerswind
  2. Meyer schreibt:

    Viel Erfolg! Ihr Start macht zuversichtlich!

  3. Ernstfall schreibt:

    Vielen Dank. Wir haben den Blog erst vergangenes Wochenende öffentlich geschaltet.

  4. Meyer schreibt:

    Ich freue mich, Ihren Blog gefunden zu haben. Die Themenauswahl entspricht dem breiten Band meiner jahrelang gepflegten Interessen und die Art der Wiedergabe ist vorbildlich.

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Kriegerethos: Ehre

Veröffentlicht am 3. Oktober 2012by

Ehre ist der Kern jedes ernstfallorientierten Ethos. Das Blog “The Art of Manliness” hat eine Serie gestartet, die Ehre als maskulinen Wert zu definieren versucht und dabei u.a. auf die empfehlenswerten Schriften “The Way of Men” von Jack Donovan und “Honor – A History” von James Bowman zurückgreift.

Ebenfalls zu den empfehlenswerten Schriften jüngeren Datums gehört “Der Held – Ein Nachruf” von Michael Klonovsky (hier eine Rezension).

An die problematischen Folgen des weitgehenden Verlusts des Ehrbegriffs in Deutschland jüngst der Sozialdemokrat Heinz Buschkowsky:

Deutsche gelten als leichte Opfer.…Wir erziehen unsere Kinder zur Gewaltlosigkeit. Wir ächten Gewalt in der Begegnung und bringen das unserem Nachwuchs bei. Andere bringen ihren Jungs bei, stark, tapfer und kampfesmutig zu sein.

Vor diesem Hintergrund kann die Zuwanderung von Menschen mit archaischen Werten durchaus als kulturelle Bereicherung betrachtet werden, denn diese Entwicklung läßt Deutschland kaum eine andere Wahl als den eigenen Ehrbegriff wiederzuentdecken.

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6 Antworten zu Kriegerethos: Ehre

  1. @Wifman
    Was Sie beschreiben, geht m.E. eher in die Richtung von Ritterlichkeit. Diese kann, muß aber nicht Teil eines Ehrverständnisses sein. Ehre im Sinne von Achtungswürdigkeit hat im Kern immer mit dem Beweisen von körperlicher und charakterlicher Tüchtigkeit unter Druck oder Gefahr zu tun.

    Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben (die anarchische Welt von Jungen ist ein gutes Beispiel): Ehre bedingt auf dem Schulhof, daß man zumindest den Eindruck erweckt, daß man sich erfolgreich wehren kann, wenn man herausgefordert wird. Die meiste Achtung genießt, wer so viel Stärke ausstrahlt, daß er diese gar nicht erst beweisen muß bzw. niemand sich eine Herausforderung zutraut, während jene, die nur Schwäche ausstrahlen, den nächstschwächeren dazu dienen, ihre Stärke zu beweisen. Der orientalische Ehrbegriff ist nicht viel komplexer. Wenn Orientalen behaupten, daß Deutsche keine Ehre hätten, meinen sie damit, daß Deutsche schwach, kindlich, unmännlich wirken.

    Orientalische Zuwanderung betrachte ich insofern als kulturelle Bereicherung, weil sie Deutsche dazu erziehen wird, fehlgeleitete postheroische Vorstellungen zum Thema Ehre zu revidieren.

  2. Wifman schreibt:

    Meine Mama sagt das so: Man darf Leute hauen, die einen hauen, aber man darf keine Leute hauen, die schwächer sind als man selbst oder die nicht zurückhauen können, auch wenn die einen hauen. Dann darf man die nur festhalten. So.

  3. Josephine Erdmann schreibt:

    Ich gebe Euch mal einen kleinen Tip wenn Ihr etwas genaueres über den deutschen Ehrbegriff erfahren wollt, dann lest die Vorschriften für Duelle aus vergangenen Zeiten. Damals hat man sich sehr eingehend mit dem Ehrbegriff auch theoretisch befasst, was den wenigsten heute bekannt ist.

  4. Tortuga schreibt:

    Ich habe mich auch etwas falsch ausgedrückt, meinte natürlich hier in Deutschland. Ein Buch privat zu übersetzen ist ja kaum zu stemmen. Ich habe auch schon mal reingeschaut und fand es wirklich interessant, komplett in Englisch würde ich aber schon zeitlich nicht schaffen. Es gibt ja einige Perlen, in dem Bereich, die man aufgrund der Sprachbarriere leider nicht mitbekommt.

  5. Ernstfall schreibt:

    Das Buch halte ich wegen seines kalten, nüchternen Blicks auf die Natur des Mannes und die Bejahung dieser Natur für sehr lesenswert. Es wäre fast zu überlegen, es professionell übersetzen zu lassen. Ich nehme es mal in die lange Liste möglicher Vorhaben mit auf. Wir hatten tatsächlich schon mal über eine kleine Schriftenreihe nachgedacht, in der ausgewählte Übersetzungen und Neuveröffentlichungen längst vergriffener Werke erscheinen könnten. Das wird aber nicht in naher Zukunft geschehen und hängt auch davon ab, wie organisiert wir unser Projekt künftig gestalten werden.

  6. Tortuga schreibt:

    Die Chancen das The Way of Men irgendwann hier übersetzt erscheint, sind vermutlich eher mau?

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Glaube und Ethos: Identitäre Selbstbehauptung auf christlicher Grundlage?

Veröffentlicht am 27. Oktober 2012by

Muslime stellen gegenwärtig die größte Problemgruppe unter Zuwanderern nach Europa dar. Dieser Tatsache begegnen auch viele kirchenferne Beobachter in Deutschland und anderen Ländern damit, daß sie sich mit der Vorstellung eines “christlichen Deutschlands” oder eines “christlichen Europas” identifizieren, welches wie schon viele Male in der Vergangenheit durch den Islam bedroht werde und seine christliche Identität behaupten müsse.

Es gibt jedoch Gründe, die gegen eine Anerkennung des Christentums als Kern deutscher und europäischer Identität sprechen. Der Historiker Stefan Scheil nennt einige davon in einem bewusst provokativ zugespitzten Beitrag. In Deutschland habe das Christentum bislang mehr Schaden an der eigenen Identität angerichtet als der Islam:

Es war nicht der Islam, der als fremde Religion nach Deutschland und ins übrige germanische Europa kam und erst mit Gewalt durchgesetzt wurde.

Nicht der Islam hat alle damals existierenden heiligen Stätten und Artefakte in Deutschland und Skandinavien zerstört und/oder mit eigenen Kultplätzen überbaut.

Nicht der Islam hat die Teile der sächsischen und alemannischen Eliten (später weiter östlich auch der slawischen) getötet, die sich dieser Entwicklung nicht beugen wollten.

Nicht der Islam hat jahrhundertelang dafür gesorgt, daß das Göttliche in Deutschland offiziell nicht in der Landessprache angesprochen werden konnte.

Nicht der Islam hat in Deutschland und ganz Europa zehntausende Menschen bei lebendigem Leib verbrannt, die ihm religiös verdächtig schienen.

Nicht der Islam hat in immer neuen Kreuzzügen nach außen und innen (z. B. gegen die Katharer) jede religiöse Abweichung blutig unterbunden.

Scheil verzichtet bewusst auf Differenzierung und Nennung der auch vorhandenen Leistungen des Christentums für Deutschland, um sein Argument zu unterstreichen, das das Christentum über Jahrhunderte deutsche Identität meist nicht gestärkt, sondern vorwiegend unterdrückt und bekämpft hat. Teile des Wirkens Luthers oder die Leistungen christlicher Mönche bei der Erhaltung des heidnischen Erbes durch dessen Niederschrift sind Ausnahmen in dieser Entwicklung. Deutsche Identität hat das Christentum nur überlebt, weil die Christianisierung nicht mit Fremdbesiedlung Deutschlands verbunden war.

Während das Christentum in der Vergangenheit aber immerhin auch eine wichtige weltanschauliche Klammer bei der Verteidigung Europas gegen diverse Türken- und Araberstürme oder den Kommunismus war, tritt das Christentum der Gegenwart vorwiegend als dekadente Kraft in Erscheinung, welche die Auflösung der Völker Europas nach Kräften fördert, Selbstbehauptung für unmoralisch erklärt und bei jedem Vorhaben zur weiteren Abwertung des Eigenen in der ersten Reihe zu finden ist.

Leider entspricht dieses Christentum eher dem pazifistischen, weltabgewandten Geist christlicher Offenbarung als das realistischere Christentum der Vergangenheit, das im Widerspruch zum christlichen Ethos noch Kräfte wie das europäische Rittertum hervorgebringen konnte. Wir glauben daher, das die Selbstbehauptung Deutschlands und Europas kaum auf Grundlage eines in seinem Wesen christlichen Ethos erfolgreich sein kann. Selbstbehauptung erfordert ein im Kern heidnisches Kriegerethos, das die eigene Existenz im Diesseits begründet, seinen Schwerpunkt ganz auf das Überleben der eigenen Gemeinschaft setzt und das dafür erforderliche Handeln legitimiert.

Wichtiger als die Austragung dieses weltanschaulichen Streits ist jedoch die Einheit der Deutschen bei der Verteidigung ihres Erbes. Wenn wir uns über ein weltliches Ethos für den Ernstfall Gedanken machen, dann tun wir dies nicht gegen das Christentum oder mit dem Ziel der Konfrontation mit dem Christentum, sondern um Leistungen der deutschen Geistesgeschichte wieder lebendig zu machen, die zum Teil von Christen (wie etwa dem erwähnten Rittertum) geschaffen worden sind.

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45 Antworten zu Glaube und Ethos: Identitäre Selbstbehauptung auf christlicher Grundlage?

  1. konnie schreibt:

    Die Versuche, eine germanische vorchristliche Urreligion wieder zu beleben, haben ja schon die Nazis gemacht (insbesondere Himmler hat hier sehr aktiv in “Forschungen” investiert). Es ist nichts substanzielles dabei herausgekommen. Man kann das längst vergangene nicht einfach wieder ausgraben, rekonstruieren und lebendig machen.

    Ganz sicher hat das Christentum den Keim seiner Selbstzerstörung von Anfang an in sich getragen. Es hat ein Verfallsdatum. Das hat bislang jede Religion gehabt, wieso sollte es hier anders sein? Und dieses Verfallsdatum ist ohne Zweifel angebrochen. Der christliche Kitt, über Jahrhunderte der geistige Motor unserer Kultur, ist längst abgebröckelt. Es sind nur noch unbedeutende Reste vorhanden; die Gesellschaft ist zersplittert in Atom – in Individuen – die alle ihre eigene Weltanschauung haben, und von denen sich jeder primär für sich selbst interessiert. Damit ist diese Gesellschaft am Ende: es gibt kein verbindendes Element mehr. Dieses in Form einer längst vergessenen germanischen Religion wiederherstellen zu können, halte ich für absurd.

    Unser gesamtes heutiges Elend läßt sich zurückführen auf zwei geistige Erkrankungen
    -den moralischen Zerfall (der sich in Politik, Konzernen und Finanzmärkten inzwischen zur hansfesten Bedrohung unseres Wohlstands entwickelt hat)
    -die immer weiter voranschreitende Vergeistigung: das sich-verlieren in abstrakten Gedankenspielen, Theorien, Utopien, bis hin zur handfesten Realitätsverleugnung wie sie in den Köpfen der Politiker stattfindet (was zur handfesten Bedrohung unserer Sicherheit wird – nach dem Motto “es kann nicht sein, was nicht sein darf” wird da die rosarote Utopie-Brille angezogen und alles ausgeblendet was ihr widerspricht). Da können ganze Stadtvierteil in Paris in Brand aufgehen: Multikulti ist ein Erfolgmodell!

    Beides hat ganz wesentlich mit unserem Wohlstand zu tun: Moral wird als überflüssig erachtet in einer Gesellschaft, die meint, alle Probleme technisch lösen zu können. Die Realitätsentfremdung hat ganz wesentlich damit zu tun, dass wir keinerlei Bezug mehr zur Natur haben. Wir leben in Städte mit Rundumversorgung, wir müssen nicht mehr Holz hacken und Wasser aus dem Brunnen holen. Die Realität spielt keine Rolle mehr: Einmal die Woche in den Supermarkt, und ansonsten schaffen wir uns mit TV und PC die Realität, die uns gerade angenehm erscheint.
    Das wird für viele ein böses Erwachen geben!

    Mein einziger Trost ist, dass der Islam noch hundertmal verrotteter und verfaulter ist als das Christentum. Zerstörungskraft liegt in ihm, ja, aber nichts konstruktives. Erdogans feuchte Träume von einem neuen osmanischen Reich werden sich in Luft auflösen, denn wenn schon das Christentum es nicht geschafft hat, Moderne und Aufklärung zu überstehen, dann hat der Islam erst recht keine Chance. Er kann eine moderne Gesellschaft mit Technik und Wohlstand für alle haben, oder eine islamische. Beides geht nicht. Wenn jeder Türke vor der Wahl steht, sich auf dem IPhone Pornos anzugucken oder in die Moschee zu gehen, wird es mit der Reislamisierung ein jähes Ende haben.

    P.S. Wer einmal sehen will, dass christlicher (katholischer) Glaube (und insb. der einer Frau!) keineswegs nur in pazifistischem Gutmenschen-Gesülze bestehen muss, der soll sich unbedingt die Videos von Ann Barnhardt anschauen, die u.a. den Koran öffentlich verbrannt und nach Drohungen von Islamisten diese unter Angabe ihrer exakten Adresse zu sich nach Hause eingeladen hat um sich dort von ihr eine Kugel in den Kopf schießen zu lassen. Diese Frau hat mehr Mumm in den Knochen als 99,9% aller Männer auf diesem Planeten. Und sie hat glaube ich genau das, was der Autor dieses Artikels (zurecht) in Deutschland vermißt.

  2. Georg Löding schreibt:

    @ wifmann: “Die meisten germanischen Stämme haben das Christentum freiwillig angenommen.” Das ist zwar soweit richtig, trifft aber nur für die Zeit von etwa 300 bis 750 n. Chr. zu. Außerdem war es ein praktisches, sehr handfestes Christentum, das auf dem germanischen Sohn-Vater-Verhältnis, das auf Gehorsam, Unterordnung und Treue aufgebaut war. Aus „kirchenpolitischen“ Überlegungen war es aber auch ein Christentum des Arius. Damit stand es aber gleichzeitig im dauernden Widerspruch zum offiziell-theologischen Christentum, welches eher einer theoretischer Natur entspricht. Dieses theoretische Christentum wurde den germanischen Stämmen (Alemannen und Sachsen nur um zwei zu nennen) nach und nach grausam und blutig aufgezwungen.
    @ Andre Thuns : Das praktische Christentum brauchte nicht nahegelegt werden, es war praktikabler, hatte Antworten auf die die „Naturreligion“ keine Antworten hatte und sicherte den Fortbestand. Die „Konvertierung“ erfolgte vom „Arianischen“ Christentum zum „Katholischen“, bzw. „Orthodoxen“ mit Zwang und unter Gewaltandrohung sowie durch Mord und Totschlag, Raub, Vergewaltigung und Vertreibung. Soviel zur „Ehre“ des „Katholischen“, das immer wieder mit „dem“ Christentum verwechselt wird, welches die germanischen Stämme freiwillig annahmen, weil es gerade die wichtigen Tugenden von Gehorsam, Unterordnung, Treue und Ehre nicht als zum Heucheln missbrauchte Begriffe verwendete, sondern diese mit praktischen Leben erfüllte, sie einforderte, pflegte und sicherte.
    @ Veritas: „ab 900 n. Chr.“ ist viel zu spät angesetzt. Diese „katholische Klammer“ zwängte ein und trieft noch immer voller Blut. Sie ist „heidnischer“ als es sich hätte ein Mensch ausdenken können; sie ist satanischer und okkulter als sie es sogar ihren Gegnern zum Vorwurf macht. Ich habe nie verstanden, was das mit Kultur, gar Ehre zu tun haben könnte.
    @ Meyer: „Das“ Christentum hatte kaum noch eine Chance nach 800 n. Chr. zu formen, geschweige, daß das Deutsche hätte formen können. Das Christentum und das Deutsche haben aber trotzdem überlebt. „ethnischen Bande stärkere Kräfte besessen, als die religiösen.“ Vielleicht ist es ja tatsächlich so, daß das Gegenteil der Wahrheit entspricht: denn von dieser „ stärkeren Kraft“ des Ethnischen spüren und erfahren nämlich die meisten Deutschen gar nichts – sie scheint also gar nicht mehr vorhanden zu sein. Natürlicherweise ist „das“ Christentum noch „toter als tot“ und von da auch gar nichts zu erwarten. Aber die Kraft des Christentums der germanischen Stämme, die sich freiwillig zum Christentum hingewendet hatten, hat sowohl das ethnische bewahrt als auch das religiöse. Warum muß das immer in einem Gegensatz gebracht werden?

  3. Veritas schreibt:

    Ich habe die Diskussion hier ja quasi angestoßen, also hier mein Schlusswort: Wotans Hammer kam mglw. ursprünglich aus dem Slawenlande, wer weiß ? Möglich wäre es. Zur germanischen Stammeszeit waren er und andere Mythen Bestandteil bestimmter germanischer Stämme.

    Das Christentum, das sich in unseren gotischen Kathedralen ausdrückt, ist UNSERE Religion, völlig unabhängig, wo seine Lehre ursprünglich mal herkam. Es ist hier geformt worden, durch Germanen, die erst durch diese neue Religion zu DEUTSCHEN geschweißt wurden.

    Verirrt euch bitte nicht in Heidenromantik ! Jene ist unhistorisch und kann größere Massen, die wir als Deutsche brauchen, nicht ansprechen, das könnt ihr vergessen.

  4. quer schreibt:

    “Germanenquark” rutscht dann unbedacht raus, wenn die Erinnerung aufkommt, wie manchen Preußen, wie preußische Familien in Ost- und Westpreußen um “Arier-kompatibel” zu sein, im Familiennamen 39/40 zwangs-”germanisiert” wurden. Und welche Schwierigkeiten damit verbunden waren, hinterher Genugtuung zu erfahren.

    Da man mir/uns erst den Namen, dann den Staat genommen hat, ist es dankbar zu vermerken, wenn ein Staat in der CH das Angebot macht, dort Bürger zu werden. Ein doppelter Gewinn: Name wieder da, Bürger als Freier unter Freien. Und dennoch immer auch Preuße.

  5. branfendigaidd schreibt:

    Mein Schlusswort ist, dass ich das hohe Niveau der DIskussionen hier drinnen enorm schätze. Dies inkludiert auch und besonders Meyers Beiträge.
    Bezüglich “Germanenquark”: Ich bin ein grosser Anhänger des Keltenquarks (ich bin Schweizer)…jeder nach seiner Façon. Das macht mich aber nicht weniger katholisch.

  6. Es geht mir hier nicht darum, Spaltung zwischen Personen zu provozieren, die letztlich doch für ein gemeinsames Ziel eintreten. Ich sehe ein, daß solche Themen anders angegangen werden müssen als in meinem Beitrag.
    Wenn es nach mir ginge, würde jeder nach seiner Facon Sonnenwende oder Weihnachten oder beides feiern und sich daran erinnern, worum es eigentlich geht, und wo die eigentlichen Probleme Deutschlands liegen.
    Wer möchte, kann nun noch ein Schlußwort abgeben, bevor ich diese Diskussion morgen schließe.

  7. Konservativer schreibt:

    Auch ich habe einen “Germanenfimmel”, ebenso wie Meyer.
    Wenn selbst ein katholischer Aristokrat wie Nicolás Gómez Dávila das Aufgreifen gewisser germanischer Prinzipien für unerläßlich hält, um das “Abendland wieder erblühen zu lassen”, dann sollte nicht von “Germanenquark” gesprochen werden, sondern einmal über diese “gewissen germanischen Prinzipien” nachgedacht werden. Das wird sich erkenntnistechnisch positiv auswirken.
    “Der germanische Geist ist der Geist der Freiheit”
    Hegel
    Nachfolgend einige sehenswerte Filme über die Germanen:

    Der Schatz der Nibelungen – Teil 1/2 – Auf den Spuren Siegfrieds
    http://www.youtube.com/watch?v=gqn_8uSZlKE

    Hinterhalt in Germanien – Kampftechniken germanischer Krieger

    Kampf um Germanien – Die Varusschlacht

    Geschichte der Germanen 1 – Gold für Götter

    Geschichte der Germanen 2 – Der Limes bricht

    Geschichte der Germanen 3 – Der Traum vom Süden

    Geschichte der Germanen 4 – Der Sieg im Norden

    Hier das freie Programm “Free YouTube Download”
    http://www.chip.de/downloads/Free-YouTube-Download_34334309.html

  8. branfendigaidd schreibt:

    @Meyer: Als zumeist stiller Mitleser hier, der nur wenig ergänzendes oder erhellendes zu den jeweiligen Themen zu sagen hat, schätze ich Ihre Beiträge sehr und bin auch, obwohl ich selber eher dem Ausgleich zugeneigt bin, ein Freund von radikalen und konsequenten Menschen.
    Dennoch empfinde ich Ihre Haltung und Ihre Aussagen in diesem Themenstrang als geradezu verblüffend arrogant, herablassend und eigentlich völlig unverständlich. Dabei geht es mir nicht darum, dass ich selber Katholik bin, denn sowenig wie ich missionarische Gelüste habe, fühle ich mich verunsichert, wenn jemand meinen Glauben nicht teilt oder auf ihn herabsieht. Ich begreife vielmehr nicht, wofür diese radikale Abgrenzung und die Herablassung gegenüber Katholiken gut sein soll. Ein grosser Teil der Weissen Westeuropäer ist katholisch, viele davon haben nichts mit diesem zeitgeistigen Wischiwaschi-Christentum am Hut und wenn wir davon ausgehen, dass wir dereinst ein weisses Europa mit aller Macht verteidigen müssen, haben wir schlichtweg keine Zeit für diese längst überholte kulturkämpferische Abgrenzung der christlichen Bekenntnisse.
    Sie sagen, dass Sie vor allem katholischen Missionarismus verachten und das sei Ihnen unbenommen. Ehrlich gesagt habe ich selber wenig Sympathien für Missionare. In Ihrem Tonfall und mit Ihrer Abwertung gegenüber den Katholiken haben Sie aber selber etwas Missionarisches. Es ist befremdlich, wenn ein für gewöhnlich eiskalt analysierender Geist wie Sie auf diese Art und Weise argumentiert.
    Aber nichts desto trotz: Auch Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Jahreswechsel.

  9. quer schreibt:

    “Meinen Sie das in etwa so, wie ein Arzt….”

    @Meyer,
    nein, so nicht. Eher so, daß ein Oberkirchenrat der EKD dem Papst erklärt, wie dieser sein Amt zu verstehen und auszuüben hat. Denn der Oberkirchenrat muß es ja wissen. Als Insider sozusagen.

  10. Meyer schreibt:

    Meinen Sie das in etwa so, wie ein Arzt einem Verletzten dessen Verletzung erklärt? – Lassen Sie es gut sein! Haben wir nicht heute schon genug gelacht?

    Es ist mein letzter Arbeitstag dieses Jahres und ich begebe mich gleich nach Hause! Ich wünsche daher allen ein frohes Fest und einen “guten Rutsch”!

  11. quer schreibt:

    “Zwischen einem echten Katholiken und Gott steht die Priesterschaft und die Kirche.”

    @Meyer,
    immer wieder erfrischend, wie ein bekennender Nicht-Katholik einem Katholiken sein Katholischsein erklärt. Aufklärung tut not. Besten Dank dafür!

  12. Meyer schreibt:

    @ quer: Eine Weiterführung ist sinnlos und wird daher von mir beendet.

  13. Meyer schreibt:

    @ Veritas,
    das haben Sie schön gesagt. Luther nannte es die Priesterschaft aller (und nur der) Gläubigen.
    Überhaupt ist Ihr erster Beitrag im Lichte der Folgenden anders zu lesen (wie meine Kommentare wahrscheinlich auch).
    Und ich schrieb (anderswo) in etwa: Daß das Christentum die nordeuropäischen Völker so sehr umschmeichelte, wie es aber auch unter den frühen Konvertiten erkennbare Paralellen geben mußte. Da hatten sich “zwei” gefunden.
    – Im Norden halt nur durch Kriege. Aber auch vor den Isländern machte das Chrsitentum ja kein halt – ohne Kriege. Das Christentum zu Zeiten der Konversionen war mit dem, zu was es sich entwickelte, nicht vergleichbar. Weder war es die Lebenswelt, noch das innere und äußere Bedürfnis.

    Ich glaube nämlich an Gott. Und ich glaube, daß eine Eiche in natürlicher Umgebung eine bessere “Kirche” ist, als eine Kirche. Eine Kirche ist die AOL-Arena vergangener Tage.
    Nietzsche war, wie Hitler, ein Gegner des Germanenfimmels, wie ich ihn besitze. Aber zumindest hinter Nietzsche kann man doch kaum noch zurückfallen, ohne ihn allzusehr überzubewerten.
    Eine Kirchenannäherung scheitert theologisch nur und einzig an der Abendmahlslehre. Aber der wahre Grund des Scheiterns ist das verschiedene Wesen der Mitglieder.

    In die Runde:
    Mir ist es ein Rätsel, wieso jemand, der sich selbst als nicht besonders germanisch oder germanophil ansieht, andere davon abbringen will? Was soll das? Ich möchte niemanden von seinem Katholizismus und seinem Glauben abbringen. Nur ICH möchte nicht katholisch sein und würde mich keiner katholischen Bewegung anschließen. Sei sie ausdrücklich oder mittelbar katholisch. Also, wo keine Gemeinsamkeit, da keine Gemeinsamkeit.
    Und wer Wehrhaftigkeit und Gemeinsinn in unseren älteren Überlieferungen findet, mit dem bin ich bereit, auf dieser Suche weiter fortzuschreiten. Das letzte, was ich will, ist dabei die gesammte christliche Prägung über Bord zu werfen. Weder ist man gezwungen, das Christentum völlig abzuschütteln, noch ist es überhaupt möglich. Weder ist es möglich, den alten Glauben geschlossen zu reaktivieren, noch ist es sinnvoll. Dennoch wird man auf dem Weg Verschüttetes finden und nutzen.

    Zwischen einem echten Katholiken und Gott steht die Priesterschaft und die Kirche. Ein freier Katholik vor Gott ist bereits evangelisch und nur noch kultuskatholisch. Ein freier Mensch vor Gott muß aber weder das eine, noch das andere sein. Er kann etwas Drittes sein. In Kultus, Habitus und Umgebung, auch in Kern-Glaubensbestandteilen, kann dies älter sein, als das Christentum. So wenig wie das Christentum aus dem Nichts entstand, sollte irgendetwas aus dem Nichts entstehen. Das wären Totgeburten.

  14. quer schreibt:

    “….der Deutsche Orden geschlossen lutheranisch geworden…”

    @Meyer,

    gut, daß man auch mal was Neues erfährt. Auch, wenn’s falsch ist. 1. Den Deutschen Orden gibt es immer noch, 2. er ist durch und durch katholisch. Seine Priester und auch alle seine Laien (Familaren). 3. Der Hochmeister des Ordens hat seinen Sitz in Wien. 4. Auch seine Aufteilung in Ordensprovinzen (Balleien) ist unverändert (geschrumpft wg. Dt. Osten) geblieben.

    Offenbar verwechseln Sie den Orden mit etwa den Maltesern/Johannitern. Erstere sind katholisch, zweite sind protestantisch. Beide enstammen den Templern. Trennung durch Reformation.

    Und: Ja, ich bin stolz auf meinen wehrhaften Clan.

    “…..“Formung” der Deutschen…”

    @Ernstfall,

    wenn ich von Formung spreche, meine ich damit keinesfalls “verbiegen”. Jede (gute) Schule und jedes Elternhaus formt. Sonst wären beide nutzlos/vergeblich

  15. Veritas schreibt:

    @Meyer
    Dass die Reformation v.a. nordische Länder überzogen hat, zeigt m.E. jedenfalls auch, dass der unsichtbare, allgegenwärtige, unendliche und einzige Gott eben doch sehr geschaffen ist für die germanische Weltsicht, die sich mit den bunten Heiligen und der sinnlich-nahen Gottesverehrung des romanischen Südens nicht recht anfreunden kann. Der Germane will frei vor seinem Herrgott stehen.

    Die abendländischen Helden, Gralssucher, die großen Entdecker, Luther, die dramaturgischen Helden Hamlet, Don Quijote und Faust, das sind alles einsame Getriebene. Sie unterwerfen sich Gott nicht wie die Orientalen, sie suchen Ihn, kämpfen fast mit Ihm, es sind Himmelsstürmer.

  16. Meyer schreibt:

    @ quer
    Eine Frage bleibt: “Vom Germanentick sozialistischer Zeiten ab 33 sollten Sie sich schleunigst trennen.” – Weshalb habe ich nicht ganz verstanden?
    Selbst wenn Sie selbst bei Tannenberg gekämpft hätten, wären meine Äußerungen nicht beleidigend gewesen. Im Übrigen ist der Deutsche Orden geschlossen lutheranisch geworden. Das scheinen Sie in der langen Zeit wohl vergessen zu haben?

    Offensichtlich haben Sie entweder nicht gelesen, was ich schrieb, oder nicht verstanden. Also schenke ich mir eine Erwiderung. Erstens: Erübrigt sich diese, denn die gemeinsame Grundlage fehlt offensichtlich. Zwotens: Sie ist bereits vollständig unten aufgeführt.

    Stolz auf kriegerische Vorfahren? Sprechen Sie mal in Ruhe mit Ihrem Pastor darüber. Oder schauen Sie irgendwo in den Norden. Da sitzen sie an Wotans Tafel …

  17. @quer
    Ein gewisser römisch-christlicher Einfluss ist sicherlich vorhanden, aber von einer entsprechenden “Formung” der Deutschen würde ich nicht sprechen. Zu den Kulturen Südeuropas bestehen immer noch einige Unterschiede.

    Ich stimme Ihnen aber zu, wenn Sie am Beispiel schwedischer Dekadenz darauf hinweisen, daß Herkunft nicht automatisch ein bestimmtes Ergebnis hervorbringt. Herkunft scheint eher Korridore und Grenzen festzulegen, innerhalb derer sich Kultur entwickeln kann.

  18. quer schreibt:

    “…das Wesen der Nordeuropäer,…”

    @Meyer,

    …ist für autochone Deutsche ohne Belang und noch weniger Vorbild. Wir sind nunmal seit immerhin über tausend Jahren römisch geprägt und geformt worden. Die eine Hälfte direkt, die andere indirekt. Immerhin war Trier – nicht Rom – zeitweilig die Hauptstadt West-Roms.

    Und: “Das Wesen der Nordeuropäer” wird derzeit von jenen mit wahrer Lust preisgegeben. Allen voran die Schweden, gefolgt von Norwegern und Dänen.

    Naturgemäß interessieren mich meine autochonen Brüder und Schwestern mehr, als Nordeuropa. Sicher wird es irgendwann einmal zu gegenseitiger Unterstützung im Kampf kommen. Aber aufwachen muß jeder für sich alleine. Wer dem Wesen nach Nordeuropäisch fühlt, bekommt in Mittel- oder Südeuropa grundsätzlich Schwierigkeiten. Kein Wunder, daß man da Machiavelli auch nicht recht versteht.

  19. quer schreibt:

    “Die Discorsi natürlich”

    @Meyer,

    mit höchster Wahrscheinlichkeit aber nicht den, auf den die Diskussion Bezug nimmt: Titus Livius.
    Seine ersten 10 Bücher sind es genau. Kaum jemand hat beides im Schrank. Da ist es kaum verwunderlich, Machiavelli irgendwie anders zu interpretieren. Na, gut.

    Was auch immer Sie für dieses Land und die Rettung seiner autochonen Einwohner und Eigentümer dieses Landes wünschen oder erträumen: Lassen Sie Ihren Germanenquark fahren. Er hat nicht den geringsten Bezug zu Volk und Land. Nochmals: Wir haben als Volk die arische Phase glücklicherweise hinter uns. Wiederholungsbedarf besteht definitiv nicht.

  20. Meyer schreibt:

    Korrekturen:

    1. Das deutsche Christentum ist ein Synkretismus, eingegangen, um die germanischen Stämme christianisieren zu können. Die Reformation war eher eine Anpassung an das Wesen der Nordeuropäer, als ein Synkretismus.

    2. “Wenn man NICHT weiß, ob hü oder hott richtig ist, kann …”

    3. Als Symbol der Europäisierung des Christentums sollte man sich die Geschichte des Kreuzes anschauen. Ein Symbol, welches ich nicht aufzugeben bereit bin. Es versinnbildlicht diesen Synkretismus nahezu perfekt:
    – Als Hochkreuz, ist es das christliche Kreuz.
    – Als Kreuz im Kreis eingeschlossen, ist es das nordische Kreuz, hunderte von Jahren vor Christus, zu finden im germanischen und keltischen Raum.
    – Als Eisernes Kreuz ist es DAS Symbol der deutschen Wehrhaftigkeit. Selbst Bayern, Österreich-Ungarn und andere deutsche Staaten haben Tapferkeitskreuze vergeben. Aber unter dem EK haben alle gemeinsam gekämpft und tun dies noch heute!

    Wer hat eigentlich Machiavelli nicht gelesen? Die Discorsi natürlich? Er schlägt ebenfalls die Besinnung auf die alten römischen Götter vor – vor 510 Jahren brachte er die identischen Argumente vor, wie die heutigen “germanophilen”.
    Er lebte zeitgleich mit Luther. Beide Bewegungen waren Rückbesinnungen auf Altes in Zeiten der Auflösung. Beide haben ihre Berechtigung. Luther versuchte eine christliche Renaissance auf Basis der Überlieferungen, Machiavelli eine römisch-republikanische aufgrund der römischen Geschichtsschreibung. – Deren Gemeinsames, das back-to-the-roots, ist mein Ansatz. Und zwar so lange, bis es auf heute paßt.

    Nochmal: Wer etwas anderes will, bitte. Nur fehlt dann die gemeinsame Diskussionsgrundlage.

  21. quer schreibt:

    “….germanisch-deutsche Renaissance….”

    @Meyer,

    …….von der ich als Preuße mit pruzzischen (Ureinwohner) Wurzeln und entsprechendem Familien(Clan)namen (seit über 900 Jahren) und Angehöriger des preußischen Landadels (seit 1740) wohl ausgenommen bin?

    Mit anderen Worten: Millionen Ost- und Westpreußen (deren Nachkommen) und noch eine Menge Schlesier ähnlicher Größenordnung gehören wohl seit 1945/46 nicht mehr so richtig zu den Deutschen? Von den Sorben will ich erst garnicht reden.

    Vom Germanentick sozialistischer Zeiten ab 33 sollten Sie sich schleunigst trennen. Als unmittelbar Betroffener weiß ich sehr genau, wovon ich rede.

    Meinetwegen mögen sie Wotan anbeten. Ist mir wurscht. Ich bin Katholik, und zwar so richtig.

    Für jemanden, dessen Vorfahr einst bei Tannenberg auf Seiten des Deutschen Ordens gefochten hat und dessen weitere Vorfahren höchste preußische Auszeichnungen erhielten, und der selbst seine Wehrhaftigkeit bewiesen hat, sind Ihre diesbezüglichen Äußerungen schlicht beleidigend.

    Es ist Ihnen dringend anzuraten, sich einmal mit der Geschichte unseres Volkes auseinanderzusetzen und nicht nachzuplappern, was Ihnen schräge Lehrergenerationen ab den 60′ern so eingeträufelt haben.

  22. Meyer schreibt:

    Wenn man sich in Ruhe hinsetzte und die Gemeinsamkeiten herausarbeitet, statt das Trennende zu betonen!
    Wo ist der Unterschied im Umgang mit dem Trennenden?
    1. Ich blieb betont sprachlich subjektiv. Das war beabsichtigt. Wäre nicht schlecht, wenn man alles lesen würde, auch die mäßigenden Sätze. Die gehören nämlich zusammen. Wurde aber offensichtlich von einigen, die meinen beleidigend werden zu müssen, nicht ganz erfaßt. – Nicht mein Problem.
    2. Kulturlutheraner. Das bin ich und das bleibe ich weitgehend; trotz meiner tiefen Sympathien um das Nordische. Dazu hat übrigens gerade Benedikt XVI. das Klügste geschrieben, was ich daztu gelesen habe. Darauf habe ich mich bezogen. erkannt wurde das wohl nicht (so wenig wie mein Bezug zu Max Weber. – Aber auch das ist nicht mein Problem, sondern das der Unkenntnis derjenigen, die sich die Bezüge wohl “übersehen” haben.).
    Was sollte ich gegen einen Kulturkatholiken haben? Es ist nicht meins, aber es greift mich auch nicht an. Wer aber den Katholizismus zu DEM Überbau, oder sogar zum Fundament einer neuen Wehrhaftigkeit machen will, missioniert und ist damit offensiv. Mit mir läuft das keinen Meter. Weder subjektiv, noch objektiv. Der Katholizismus, speziell der römische hat Deutschland seit Jahrhunderten, Seit an Seit selbst mit dem antikatholischen Frankreich unter Ludwig XIV. und den beiden Napoleons. Aus dieser Tradition ensteht keine deutsche Wehrhaftigkeit, sondern eine katholische. In der Geschichte hat Religion nicht die Kraft gehabt, Trennendes dauerhaft zu überbrücken. Und das Trennende ist die Kultur und die Abstammung. War es Goethe der sagte, das der Deutsche für alle anderen Völker nicht ein ständer Vorwurf sei?
    3. Einen christlichen Burgfrieden strebe ich an. Wer ihn bricht, ist ein Vollidiot. Das Problem ist, daß jeder (auch) etwas anderes retten will, als der andere. Im Streit mit den linken PIlern, die nämlich den Linksliberalismus gegen den Islam verteidigen wollen, wird dies deutlich.
    4. Selbst mit einem Kulturchristentum und einem Burgfrieden dieser Kulturchristen untereinander ist das Problem der Glaubenslosigkeit unserer Zeit nicht gelöst. Kämpfer ohne Kämpfer-Glauben sind wie ein Rennmotor ohne Sprit.
    5. Eine Kämpferreligion aufgrund der real existierenden Waschweibersoße in evangelischem und katholischen Christentum gleichermaßen zu bilden, zu re-formieren, ist annähernd ausgeschlossen. Tempelritter sind tot, die Kavellarie ist tot, Panzerarmeen sind tot. Network-centric-warfare ist schon veraltet. Es stehen Kapmpfhubschrauber mit Feinderkennung im Raume, Gegner sind minimalistische Guerillas. Religionen werden über Bord geworfen (nicht unbedingt der Glaube) wenn sie nicht mehr passen. Wir sind längst im Übergang zu einer neuen historischen Hauptepoche. Wer bezweifelt dies. Da bleibt auch die Religion nicht unberührt von.
    6. Die germanische Religion ist zweimal eine sykretische Verbindung ung mit dem Christentum eingegangen (wie unter bereits erwähnt): In der Eroberungsphase, vor allem äußerlich. Und in der Reformation, vor allem innerlich, wobei das äußerliche aber, dank der Calvinisten, abgestriffen wurde.
    7. Es ist für mich ausgemacht, daß nach derzeit immer besserer Forschungslage um unsere ethnischen Wurzeln, eine weitere synkretische Entwicklung Raum gewinnen kann.
    Wenn man weiß, ob hü oder hott richtig ist, kann man sich auf eine Sigfriedlinie zurückziehen. Und diese besteht in einer Verdeutschung und Historisierung (sprich Renaissance) unserer selbst. Auf halben Wege im H.R.R. oder bei den Tempelrittern stehen zu bleiben, ist bloß halbherzig.

    Und hierin sehe ich die einzige Chance. Wer meint, eine germanisch-deutsche Renaissance (ohne das Christentum völlig abzuwerfen und zu negieren, gleich welcher Couleur) sei falsch, mit dem gibt es eben keine gemeinsame Diskussionsgrundlage. So einfach ist das.

  23. agentjoerg schreibt:

    … das Erbe des Christlichen Abendlandes nicht nur übernommen, sondern sind gehalten, dies zu bewahren und weiterzugeben. Uns (und die Völker Europas) eint kulturell Grundsätzliches. […] welches seine Wurzeln im antiken Athen, Rom und dem Christentum hat. Alle drei Elemente bilden eine Symbiose, die Ihresgleichen sucht.

    http://www.karlspreis.de/preistraeger/1978/rede_von_konstantin_karamanlis.html

    … unsere gemeinsame kulturelle Tradition, die Verwandtschaft unserer Sitten und die Identität unser Denkweise. […] die europäische Zivilisation, die in der Synthese des griechischen, des römischen und des christlichen Geistes besteht. Einer Synthese, zu der der griechische Geist die Idee der Freiheit, der Wahrheit und der Schönheit beigetragen hat, der römische Geist die Idee des Staates und des Rechtes und das Christentum den Glauben und die Liebe.

  24. durge1000 schreibt:

    Ich als katholischer Deutscher empfinde diese Debatte als sehr interressant, obwohl ich den guten Ton manchmal misse und die Konfessionsfrage hier für temporal überflüssig halte.

    Vom christlichen Wesen der Deutschen
    Ich muss sagen, dass ich es fatal finde, wenn Germanentum gegen Christentum ausgespielt wird. Das ist weder gerecht noch richtig. Ich halte diesen Widerspruch für teilweise überkonstruiert. Wenn die These aufgestellt wird, das Christentum habe die deutsche Identität unterdrückt, dann muss man sich fragen, was denn mit Christentum gemeint ist. Und das Christentum ist eine Religion, die allein durch das Bekenntnis des Menschen zu Gott auftritt. Aber was ist der Mensch? Der Mensch ist biologisch und geistig-kulturell Nachfahre des Mannes und Weibes, die ihn hervorbrachten. Das jeweils letzte Glied einer Kette, die wir als Volk verstehen. Der Mensch ist letzlich alleiniger Träger der Religion, also “seiner metaphysischen Hinwendung zum geistigen Prinzip(Gott)”.

    Was mich nicht stört ist das vermehrte Neopaganistische bei den Identitätssuchenden in dieser postmodernen Jauche, die wir 21. Jahrhundert nennen. Ich kann es ihnen nicht verhehlen, schaut man sich ja nur diese Schrumpfform des Christentums heutzutage an, wo eher der feige Zeitgeist regiert und nicht die Herrlichkeit einer funkensprühenden Begeisterung. Mich stört aber diese Verbannung des Christentum aus unseren Erbe. Seht, wir sind als Volksbrüder, Söhne des deutschen Volkes. Die gesamten Lebensäußerungen der Vorfahren ist im Volkstum zusammengefasst. Natürlich ist da die Edda, die vorchristlichen Mythen, soweit sie überliefert sind, aber auch all die Kulturgüter, die aus dem christlichen Bewußtsein Deutscher geschaffen wurden ist da -und zwar in einer überhand nehmenden Zahl. All dieses Vorchristliche ging im unterschiedlichen Maße, nachdem das Evangelium auch zu uns kam, unterschiedlich im Volksglauben ein. Und damit komme ich zum Kern dessen, was ich hervorheben wollte. Das Christentum, vorallem seine katholische Variante, ist unglaublich synkretistisch. Und zwar nicht im negativen Sinne die Wahrheit verfälschend, sondern im Positiven, oftmals wurde (ganz entgegen der modernen Mythen von dem “Kulturzerstörer namens Missionar”) das vorhandene Volkstum gar nicht weggewischt , sondern ihm wurde nur das christliche Prinzip verliehen. Das Priestertum war sich häufig diesem behelfsmäßigen “Anstrich” bewusst, hofften und arbeiteten deshalb darauf hin, dass die Botschaft aber dennoch bei so manchen doch ins Herz vordringe. So kam es ja auch oft, war aber ein langer Prozess. Mit Rückschlägen. Die Hexenverfolgung ist da so ein Beispiel. Diese Vortsellung von der Existenz und dem realen Wirken von Kräuterweibern ist spezifisch vorchristlich, war aber dennoch beim Bauernvolk lebendig geblieben. In Zeiten der Not, kam es dann zum Ausbruch und führte zu Verfolgung. Der Klerus merkte, dass er seine seelsorgerische und geistige Autorität verlöre, wenn er sich gegen dieses Treiben stellte, und stellte sich stattdessen (mit Ausnahmen) an die Spitze solchen Treibens, samt Bulle etc. Soviel zu dem Wirken unserer Vorfahren.

    Aber auch andersweitig sollten wir uns die Augen von den modernen antichristlichen Mythen verbinden lassen. So viel unserer Vorväter waren christliche Männer mit stürmischen Blute! Ich rede hier nicht von Kaiser Karl dem Großen, sondern auch von Kaiser Otto dem Großen, der, “erfüllt von wahrer, ungeheuchelter Frömmigkeit nichts mehr am Herzen lag als das Christentum, dessen hohe Bedeutung für die Kultur der Völker er voll und ganz erkannte, nach allen Seiten hin auszubreiten und seiner Segnungen auch die dem deutschen Reiche angrenzenden, noch in der Nacht des Heidentums versunkenden Völker teilhaftig werden zu lassen.” Von Hutten, Leibniz, Gellert, Kant, von Schenkendorff, Körner, von Eichendorff, Schiller, Arndt, Jahn, und all die anderen Heldengestalten könnte man gar nicht verstehen ohne die christliche Grundstruktur der deutschen Kultur. Es ist Teil der deutschen und europäischen Identität und auch nicht zu knapp.

    Und natürlich ist das keine Absage sich mit dem vorchristlichen Erbe zu beschäftigen. Ich tue das auch und auch mit Begeisterung. Und warum auch nicht? Es ist doch auch von uns, in uns.

    @ernstfall
    Schwierig wirds, wenn wir über den Kriegerethos reden, der angeblich nicht auf christlicher Grundlage wachsen könne. Aber wie ich eben darlegte, ist das Christliche untrennbar mit uns verwoben (heute wie damals natürlich weniger aus Bekenntnis als aus kulturtraditionellen Gründen). Und die Weltenferne und der angebliche Pazifismus sind nunmal theologische Fragen. Und ich kann ihnen sagen, es ist außerordentlich gut geeignet für einen Kriegerethos in dem Sinne, den wir für eine Wende brauchen. Denkt an die sittliche und geistige Kraft des Christentums! Wir sollten nicht darauf verzichten. Im Gegenteil sollte wir all diese von selbsternannten Aufklärern verbreiteten modernen Geschichtsverdrehungen und -vereinfachungen, die uns das Christliche madig machen sollen (und die einen , auch unbewusst, starken Einfluss auf uns ausüben) hinter uns lassen und stattdessen einen neuen Aufbruch wagen.
    Denn vergisst eines nicht: Ein politischer Aufbruch zur Wende, muss notgedrungen auch ein geistiger sein. Und ein geistiger Aufbruch ist desöfteren ein geistlich-religiöser.
    Damit Gott auch mit uns sei –

    Alles Segen dem Vaterland wünscht ,
    Arndt

  25. quer schreibt:

    Und noch etwas dazu:
    Ich habe hier von Recht und seinen Wurzeln gesprochen. Das Motto meiner Herkunft aus pruzzischem Stamm lautet übersetzt: “Freiheit ist Recht”. Recht, wie wir es in diesem Lande und in Europa aus seinen Wurzeln heraus verstehen, begründet überhaupt erst die Freiheit, die wir neu zu erringen aufgerufen sind. Und das hat mit „Demokratie“ per se nur bedingt zu tun. Indem wir z.B. unser Recht, unsere Rechtsauffassung gegenüber hereindrängenden und sich hier verbreitenden Moslems bedingungslos – ja gnadenlos – verteidigen, bewahren wir erst das Fundament jeglicher Freiheit. Es geht in diesem Falle um den Kern einer/unserer kulturellen Existenz und damit unserer Identität.

  26. quer schreibt:

    “Religion hat ja auch etwas mit Identität zu tun”

    @Ernstfall, andere,

    in der Tat! Es hat überhaupt keinen Sinn, sich hier über Germanen und Konfessionen des Christentums zu verbreiten. Dieses Land und seine vielfältige Kultur gilt es zu erhalten, bzw. zu rekonstruieren (!). Dieses Land und seine Kultur ist aus sich heraus so bunt, daß wir zusätzliche „Buntheit“ nach Grün und Gutmenschenart schlicht nicht brauchen.

    Bei aller Buntheit der Stämme in der (dieser) Nation (von den slawischen Pruzzen, bis hin zu den germanischen Alemannen) haben wir als Nation das Erbe des Christlichen Abendlandes nicht nur übernommen, sondern sind gehalten, dies zu bewahren und weiterzugeben.

    Uns (und die Völker Europas) eint kulturell Grundsätzliches. So grundsätzlich, daß es sich nicht wegdiskutieren läßt.

    Und alle eint z.B. das Recht, bzw. unsere Auffassung von Recht, welches seine Wurzeln im antiken Athen, Rom und dem Christentum hat. Alle drei Elemente bilden eine Symbiose, die Ihresgleichen sucht.

    Uns alle eint die Auffassung von Literatur, Musik und bildenden Künsten. Hier spreche ich von den Grundtönen und ihrem Herkommen. Was uns als Volk hier hervorhebt und unseren Stolz begründen sollte, ist unser (unserer Vorfahren) großer wegweisender Anteil daran.

    Und wenn wir von dem heutigen EU-Europa angewidert Abstand nehmen, dann sollten wir mit Stolz auf das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ zurückblicken, in welchem viele Völker vereint waren und das gegenüber seinen Nachbarn nie einen Krieg angefangen hat. Im Gegenteil: Es wurde bedrängt, bekämpft und getilgt.

    Das alles sind Gründe genug, uns unserer Identität zu vergewissern und zu beginnen, dieses UNSER Land zurückzugewinnen!

  27. Veritas schreibt:

    Entschuldige den Doppelbeitrag, aber das muss ich dazu noch sagen: Ich selbst bin ja weder Katholik, noch gläubiger Protestant. Ich bin so etwas, wie ein “Kulturchrist”. Religion hat ja auch etwas mit Identität zu tun.

    Und Identität, so ist es nun einmal, schärft sich besonders im Gegensatz zum Anderen. Wenn Moslems hierher kommen und vorlaut das Christentum lästern, das in ihren Augen nichts als ein verfälschter Islam sei, dann bin ich ganz entschieden ein Christ und verteidige diese Lehre, die meine Vorfahren als ihre Religion annahmen/ die sie prägte und für die sie vielfach lebten.

  28. Veritas schreibt:

    @Ernstfall
    Ich wiederum bestreite ja gar nicht, dass das westliche Christentum von nordischen Elementen befruchtet wurde. So wie aus der kleinasiatischen Artemis eine griechische Göttin wurde, fand das Abendland im Christentum das Gefäß, in dem es seine Formensprache zum Ausdruck bringen konnte.

  29. @Veritas
    “Der germanische Götterhimmel war doch auch ein Sammelsurium aus vielen verschiedenen Versatzstücken fremder Herkunft. Die Griechen haben sich viele ihrer Götter aus Kleinasien importiert und überhaupt ist die Ähnlichkeit der germanischen, griechischen und römischen Götter frappierend.”

    Die Ähnlichkeit der religiösen Vorstellungen im heidnischen Europa wird meist auf gemeinsame indoeuropäische Einflüsse zurückgeführt, die sich u.a. auch in europäischen Sprachen niederschlugen.

    Ansonsten bestreite ich viele Leistungen des Christentums doch gar nicht. Ich betrachte die historischen Leistungen nur getrennt von der Theologie, wobei es durchaus Überschneidungen zwischen (neu)-heidnischen Gedanken und der in Europa entstandenen christlichen Mystik gibt, die möglicherweise heidnische Einflüsse verarbeitete und mit ihnen das Christentum in Europa befruchtete. Weder Protestantismus noch Katholizismus sind heute noch mit dem weltabgewandten, endzeitorientierten Frühchristentum identisch, und der gerade Katholizismus ist mit seiner Verehrung einer quasi-Muttergöttin und seinem Pantheon der Heiligen dem heidnischen Polytheismus des antiken Europas vielleicht sogar näher als es viele Heiden der Gegenwart sind.

  30. Veritas schreibt:

    @Ernstfall und Meyer

    Der germanische Götterhimmel war doch auch ein Sammelsurium aus vielen verschiedenen Versatzstücken fremder Herkunft. Die Griechen haben sich viele ihrer Götter aus Kleinasien importiert und überhaupt ist die Ähnlichkeit der germanischen, griechischen und römischen Götter frappierend.
    Ich kann nur templarii zustimmen: das waren keine Nationalromantiker á la: “meine Götter, mein Boden, mein Blut”, oder so ähnlich. Das ist die rein nationale Brille des 19. und frühen 20 Jh., die damals nachvollziehbar war, aber den Blick auf die Geschichte verzerrt.

    Viele dieser Kulte waren extrem unpraktisch, auf magisch-primitiven Vorstellungen beruhend. Der christliche Glaube war ein Fortschritt in vielerlei Hinsicht: er schuf erst die Grundlage einer Einheit, es gab kein stammesübergreifendes germanisches, geschweige denn deutsches Zusammengehörigkeitsgefühl, bevor man zu Brüdern in Christo wurde. Hinzu kommt, dass ihr beide generell den zivilisatorisch-entwicklungsgeschichtlichen Wert dieser Erlöserreligion im Vergleich zu den Donnergöttern des Heidentums unterschätzt. Auch hier triumphiert wieder die Nationalromantik.

    Das Christentum wurde zu einer deutschen Religion, die Deutschen wurden zu Christen und erst die Nationalromantiker nach 1800 weinten der Donarseiche hinterher. Im Mittelalter zählten andere Dinge. Und in der Zeit entstand unser Volk und unsere Kultur.

  31. @Meyer
    Wenn ich auch hier zu etwas Mäßigung aufrufen darf: Diese hätte auf jedem Fall einigen Mißverständnissen vorgebeugt. Zumindest habe ich Sie so verstanden, daß Sie eigentlich nur sagen wollten, daß der Katholizismus in Nordeuropa aus ethnokulturellen Gründen nicht erfolgreich war? Diese These wäre nicht ungewöhnlich, und es war auch schon von anderen darauf hingewiesen worden, daß der Protestantismus viel stärker an die Kulturen Nord- und Mitteleuropas angepasst ist als der italienisch geprägte Katholizismus mit seinen expressiveren Formen.
    Daß Religionen in einem Umfeld selten erfolgreich sind, dem sie nicht entstammen und an das sie sich nicht anpassen, kann man auch im Katholizismus beobachten, der weltweit damit zu kämpfen hat, daß man ihn oft aus lokalen Erfordernissen gegen die Lehre Roms umzubauen und kulturell anzupassen versucht. Man duldet das aber in gewissem Maße, weil man weiß, daß man sonst nicht Fuß fassen könnte. Bei manchen protestantischen Kirchen ist diese Anpassung mangels zentraler Steuerung noch extremer. Es wurde ja auch schon darauf hingewiesen, daß Luthers Leistung darin bestanden hätte, das Christentum einzudeutschen, so wie das Christentum auch früher zur besseren Verbreitung kulturell eingedeutscht worden war: http://de.wikipedia.org/wiki/Heliand

  32. quer schreibt:

    “…….eine verdammt steile These!”

    Quatsch! Das ist hochgradig albern. Mehr noch: Es enttäuscht zunehmend.

  33. F451 schreibt:

    Übrigens, daß mit zunehmenden Katholizismus in Deutschland und Europa, die Menschen auch zunehmend dunkelhaariger und dunkeläugiger werden, dürfte wohl jedem bereits aufgefallen sein. (Sollten Sie nicht dazu gehören, sind Sie halt eine Ausnahme von der Regel.) Zufall?

    Das ist ja eine verdammt steile These! Gibt es dafür auch belastbare Zahlen oder doch nur subjektives Empfinden?

  34. quer schreibt:

    “Der Katholizismus ist und bleibt die Religion der “Analphabeten”.”

    Danke für das Kompliment!

    Islam/Katholizismus ist für mich eigentlich einerlei – fast. Die eine ist eine Dummenreligion für Ziegenhirten in Arabien, die andere eine Halbdummenreligion für Almbauern jenseits des Limes..”

    @Meyer,

    ich habe Ihnen bis dato einen höheren IQ zugemessen. Mann oh Mann!

  35. Meyer schreibt:

    Geehrter Templarii,

    persönlich schätze ich Sie durchaus. Für mich gibt es zwischen Protestanten, Orthodoxen, verschiedenen Reformierten und verschiedenen Katholizismen eine Art Burgfrieden, um den gemeinsamen äußeren Bedrohungen standzuhalten. Wer katholisch missioniert, bricht diesen.

    Gegen eine Rekatholisierung würde ich – wie gegen eine Islamisierung – die Waffen ergreifen. Denn ich bin protestantisch und streng anti-katholisch erzogen. Das ist meine Welt, die ich durchaus kritisiere. Aus meiner Sicht ist der Protestantismus der erste Befreiungsschlag gewesen. Der Katholizismus ist und bleibt die Religion der “Analphabeten”. Wie der IQ von Nord nach Süd fällt, steigt der Katholizismus. Biologie. Deswegen hat der Protestantismus – nicht der neo-mosaische Evangelicalismus – keine Chance bei Afrikanern. Naturgemäß nicht. Und bei Italienern eben auch nicht. Naturgemäß. Blendwerk für Unfreie. Mit genau diesem Ziel.

    Sie finden in jeder Wanderung durch einen halbwegs naturbelassenen deutschen Wald mehr Spiritualität, Glaube, Wahrheit und Religion als in allen katholischen Kirchen dieser Welt zusammengenommen. Wer dafür kein Gespür hat, der hat es halt nicht.

    Damit Sie ein Gespür für die Intensität meiner Ablehnung erhalten: Wer in meiner Familie zum Katholizismus konvertieren würde, mit dieser Person würde ich kein Wort mehr wechseln.
    Wir können für unsere Sympathien und Apathien wenig. Ich kann sie mühevoll beherrschen. Aber diese Anwandlungen!!! Islam/Katholizismus ist für mich eigentlich einerlei – fast. Die eine ist eine Dummenreligion für Ziegenhirten in Arabien, die andere eine Halbdummenreligion für Almbauern jenseits des Limes. Graduelle Unterschiede. Der Calvinismus ist ein halbchristliches Zwitterwesen.

    Für mich gibt es ein – wahrscheinlich ererbtes – inneres Wesen eines Menschen. Und eine Religion kann diesem Wesen mehr oder weniger entsprechen. Wer an Unterschiedliches glaubt, ist auch dem Wesen nach unterschiedlich. Wen verschieden Kulte ansprechen, der ist verschieden.

    Woanders schrieb ich von EKL I und II. Andere schrieben sinngleich von Hammelburg und Altenstadt. Sie dürfen sicher sein, daß diese Leute wissen, was frieren und hungern ist.
    Weiters: Karld d.Gr. war zuerst Kavellarist. Im Sattel hat der Analphabet gewiß in Altgriechisch parliert, daß m.V.n. noch nicht einmal Einhard sprach.

    Um Preußen zu zerschlagen bedurfte es der ganzen Welt. In Wehrmacht und Bundeswehr lebt der Geist weiter. Und in der nächsten deutschen Armee, wird es ebenfalls weiterleben. Denn es trägt die Armee. Es ist die Armee.

    Soll katholisch bleiben, wer katholisch ist. Ich bin preußischer Kulturprotestant mit großem Hang zum Nordischen und Germanischen. Das eine ist meine Art, das andere sind meine Wurzeln. Wer nicht, der eben nicht.

  36. templarii schreibt:

    Ich kann Veritas nur beipflichten. „Pseudo-romantische nachnapoleonische“ Illusion herrscht da. Es werden Herrscher rückwirkend als Deutsche Könige oder Kaiser umetikettiert die gar keine Deutsche waren oder sich nicht als Deutsche verstanden oder nicht sagen würden dass sie Deutsche Herrscher waren. Die Sprache Karls des Grossen war Latein und Griechisch, er bestellte sich griechisch sprechende Mönche aus Konstantinopel für den Unterricht seiner Tochter. Und viele andere Herrscher sprachen Latein und sahen sich als Erben oder als Bewahrer des alten Römischen Reiches fussend im Latinum des Altertums.

    Der Gang nach Canossa wurde nachintepretiert als „Demütigung des Deutschen Herrschers durch den Römischen Papst“. Die Geschichte wurde absichtlich durch die Nationalistische Brille intepretiert – massgeblich unterstützt und gefördert von den Eroberern aus Frankreich. Und bis Heute haben die Deutschen diese Vergewaltigung ihres Wesens nicht durchschaut, trotz wahnsinniger Schäden und mehrerer (!) nationaler Selbstmorde inklusive des jetzigen.

    Es geradezu tragikomisch was für Illusionen und Einbildungen von den alten Germanen herrschen. Von irgendwo her werden irgendwelche Gedanken aufgeschnappt und dann je nach Gefühlslage als richtig eingesetzt. Da schwankt das Bild der Germanen zwischen „auf der Weide hüpfende Bonobo-Sippe, Hippikommunengleich, jeder konnte jede haben, alles ist schön und gut“ bis zu den grimmigen Nordischen Massenmörder-superkrieger-wikinger-ehrensippen-helden-königen-drachen-magier-krieger-kaiser-superdupermegaspirituell-achsotoll-wahnsinn-oh-ahhh-cool“ Bildern.

    Die Germanischen Kulte waren nicht einfach so da, sondern entstanden aus bestimmten Bedürfnissen heraus. Diese Bedürfnisse erfüllte das Christentum besser. Darum entschieden sich fast alle freiwillig – genauso wie die Griechen und Römer. Diese Bedürfnisse müssen die Heutigen Theoretiker erst kennenlernen, wenn sie es nicht tun sind es Wohnzimmergermanen. Sie haben an Magische Kräfte geglaubt, sie haben diese erlebt – darum waren sie erstaunt dass nach dem Fällen des „Heiligen Baumes“ nichts geschehen ist. Sie haben einen Blitzschlag erwartet oder dass der Axtbenutzer tot umfällt. Die Kulte hatten keinen Folkloristischen Selbstzweck, sie waren Werkzeug zum überleben.

    In übrigen muss man sich fragen wie stabil und tragfähig die Kulturen waren wenn sie von einzelnen Mönchen mit einer Axt (Immer lächerlich wie empört heutige Pseudogermanen tun wenn sie an das fällen eines magischen Baumes denken.. es war ein Baum! Davon gibt es Milliarden. Sie wachsen nach. Sie haben kein Bewusstsein und sind nur Stumpfe Pflanzen. Schön, aber mehr auch nicht.) zerworfen worden sind.

    @Projekt Ernstfall
    Dass die Protestanten es nicht schaffen die Heidnische Schwarzafrikanische Kultur zu Christianisieren ist klar. Der Protestantismus ist ja im „gemachten Nest“ entstanden. Er bezieht sich ja auf sich selbst – sola scriptura. Nur dass dies nirgends in der Bibel steht. Somit fehlt ein reichhaltiges und jahrtausende altes Reservoir von Werkzeugen Gesellschaftspolitischer Natur um einen heidnischen Kult zu einer Christlichen Kultur umzuwandeln. Man vergleiche das Protestantische Nordamerika gegen das Katholische Südamerika. Wirtschaftlich zwar anders, da ist der Norden viel stärker, aber der Protestantismus hätte den Süden nicht zähmen können. Dazu fehlen ihm zu viele.

    Mir ist ausserdem aufgefallen dass sehr oft Norddeutsche gegen dass böse Christentum loswettern. Dass kommt daher dass sie nicht im reichhaltigen Katholischen Umfeld aufgewachsen sind, mit Festen, Heiligen, Engeln und all dem was so wichtig ist. Die Reformation (welche übrigens die Rückeroberung Nordafrikas durch Habsburg verhindert hat – der Depp Luther!) zerstörte so vieles und überliess die Kultur spiessigen Pfarrhäusern – die übrigens durch die Pfarrhaustochter Angela Merkel (ihr Vater war führend bei den Christlichen Montagsdemonstrationen in der DDR) wieder am herumwurschteln sind.

    Also, als Hausaufgabe für alle Wohnzimmergermanen:

    Lebt mal drei Wochen ohne fliessend Wasser und Strom in der Wildnis. Am besten mit der Freundin. Bekommt mal einen Sturm mit. Bekommt mal mit wie es ist wenn man Hunger hat. Und dann wie Streit und Böse Gedanken die Gemeinschaft zerschlagen – und dann beschäftigt euch mit dem Christentum. Und zwar nicht mit dem kastrierten Buchreligion Protestantentum, sondern mit dem richtigen „wir haben das mächtige römische Imperium überstanden“ Christentum. So richtig echt mit „Hungersnöte“, „pest“, „Kriege“ und so weiter – Christentum. Dann kann man merken welcher Schatz ein Glaube an Gott ist. Wie sehr er beruhigt und stärkt. Wie sehr man auf die Zukunft vertrauen kann wenn man im Christlichen Geiste ist. Und dass in einem Zustand bei welchen man nicht weiss ob der Regen morgen dass Haus zerstören wird!

    Die Identitären bewegen sich im Moment auf dem selben Intellektuellen Glatteis wie all die anderen vorher. Dass diese Lügen über die Vergangenheit sich so durchgesetzt haben lag an der Militärischen Macht der Propagandisten. Napoleon, Preussen und co. Napoleon ist tot. Preussen ist Geschichte. Deutschland als Kultur wird gehasst, Frankreich hat einen Kulturkrieg vor sich. Die Aufklärer sind nicht in der Position ihr Maul so weit aufzureissen. Sie sind eine verzweifelte Minderheit die ihre eigenen Illusionen verteidigen will. Zu bieten haben sie gar nichts ausser den Nihilismus und Drogensucht. Damit baut man keine Kulturen.

    Templarii – recognoscere.wordpress.com

  37. Meyer schreibt:

    Das Letzte, was ich möchte, ist einem Katholiken das Bekenntnis zu nehmen. Selbst einer tantenhaften Restlutheranerin nicht.
    Und auch ich denke, daß “es” ohne ein religiöses Bekenntnis kaum funktionieren wird.
    Wenn ich mich umschaue, so sehe ich in meiner Altersklasse kaum Menschen, die ernsthaft an irgendetwas in der Form glauben, daß sie dafür irgendeine Einbuße hinnehmen würden.

    Übrigens, daß mit zunehmenden Katholizismus in Deutschland und Europa, die Menschen auch zunehmend dunkelhaariger und dunkeläugiger werden, dürfte wohl jedem bereits aufgefallen sein. (Sollten Sie nicht dazu gehören, sind Sie halt eine Ausnahme von der Regel.) Zufall?

    Man sucht sein “Team” nicht nach rasseideologischen Kriterien aus. Man sucht sein Team unbewußt nach seinesgleichen aus – oder “blonder”. Bsp: Die mit mir fünf Hinterbänkler in der Schule waren die einzigen blonden “Jungs” in der Klasse. Zufall? Es gab keine dunklen Langhaarigen an der Schule. Aber 85% der Blonden waren langhaarig. 90% meiner Freunde – bis heute – waren blond, 100% blauäugig. 95% über 180cm. Zufall? Ich lebte aber nur zeitweise in “blonden” Gegenden.
    Als ich dies mal einem Bekannten erzählte, hat er schnell festgestellt, daß es bei ihm nicht anders war. Zufall?

    Das sind keine Zufälle. Genausowenig, wie der Norden protestantisch wurde und der Süden nicht. Kein Zufall. Genauso, wie der Süd-Westen römisch wurde und der Norden nicht. Kein Zufall. Die Deutsche Geschichte, wo Trennungen auftreten, ist meistens anhand der Limeszone aufgetreten. – Und eben die Frühphase germanischer Besiedlung.

    Alles kein Zufall. Nach Rassegesichtspunkten entscheidet man unbewußt. Man wählt seinesgleichen. Haben Sie mal eine Grünenveranstaltung besucht? 100% blond und blauäugig – zumindest die Frauen. Zufall? Die Physiognomie von Sozialdemokraten und CDUlern beachten! Alles kein Zufall. Und alles 100% unbewußt.

    Und zu Ihrem Kernthema: Glaube und Religion spielen eine entscheidende Rolle. Ohne gemeinsamen Glauben gehen wir unter. Das ist klar.
    Und weiter: Jeder ist christlich (Adjektiv!), das ist in Europa nunmal so. Selbst der atheistischste Atheist. Aber ein “Christ” (Substntiv!) muß niemand sein. Und man schaue sich bitte den Wandel im Glauben eines Karl d.Gr. bis zu Kardinal Lehmann an. Christliche Kontinuität? Da lachen ja die Hühner. Wetten, daß deren Glaubensinhalte um annähernd 180° verdreht sind? Mit Karls Christentum komme ich noch klar. Bei Lehmann bekomme ich Kotzreflexe.

    Ich bleibe Kulturprotestant. Aber die alten germanischen Mythen ziehen mich um ein Vielfaches mehr an, als jedes heutige Christentum es vermag.
    Über meinen Kernglauben will ich hier nicht weiter sprechen. Außer: Er kommt mit beiden Ausgestaltungen klar. Glaube ist für mich der menschliche Versuch etwas zu versinnbildlichen, was man nicht verbildlichen kann. Religion ist der Popanz drumherum, weltliche Funktionalität. Katholisches Auf und Nieder oder die Thor-Eiche um die Ecke oder ein Thing an der Linde gegenüber. Eiche und Linde gefallen mir besser. Kerniger, als das Waschweibergeseiere. In einer Kirche haben Waffen nichts verloren. Unter Linde oder Eiche hatte man ohne Waffen nichts verloren.
    Nachteil: Es handelt sich bei der Renaissance der germanischen Religion um eine Rekonstruktion. Nun, nichts anderes ist das Christentum auch.

    Quintessenz: Wir beide sind uns einig, daß Glaube, Religion und Homogenität Wesentlich sind.
    Sie sehen Religion und Kultur als wesentlich an, ich sehe Ethnizität, als Kombination aus Abstammung und menschlicher Natur als Wesentlich an. Das ist ein alter, klassischer Streit. Wenn es mal eines Tages “drauf ankommt”, wird er bedeutungslos sein. Denn nicht wir suchen uns unser “Team” bewußt aus, sondern unsere Naturen selektieren unbewußt.

  38. quer schreibt:

    „……reicht Glaube alleine offenbar nicht aus, um diese Gemeinschaften in schwierigen Situationen zusammenzuhalten. Kennen Sie Beispiele, in denen dies anders war?“

    @Ernstfall,
    mir fällt da spontan die CH ein. Die betreibt diesen „Sport“ schon lange. Trotz Reformation, kriegerischer Bedrängnis oder ideologischer Bedrohung. So sehr auch die innere Spaltung im Denken und Fühlen bei gleichberechtigten vier Landessprachen sichtbar war (und teils auch heute ist), so gab/gibt es bis heute ein Band (keine Fessel !!) , welches Deutsche, Franzosen, Italiener und Romanen zusammenhält.

    Es ist der unbedingte Freiheitswille, immer auch verbunden mit einer ausgesprochen stacheligen Wehrhaftigkeit.

    Man mag es drehen und wenden: Freiheitswille, Eigenständigkeit, Eigenverantwortung und Verteidigungsbereitschaft lassen sich durchaus und relativ mühelos aus christlichen Idealen ableiten. Selbst die politische Doktrin, keiner irdischen Macht unterworfen zu sein, sondern Gott allein, begründet die – und mündet in – direkte Demokratie als Mitsprache, Teilung der Macht und Korrektiv jeder Ideologie.

  39. @Veritas
    Mir geht es hier nicht darum, gegen jene Christen zu Felde zu ziehen, die in Deutschland eine positive Rolle spielen. Noch mehr Spaltung unter konstruktiven Deutschen hilft niemandem. Ich werfe Christen ihren Glauben nicht vor, auch wenn ich diesen Glauben nicht teile. Wie man an der Entwicklung in Deutschland sieht, ist das Verschwinden des Christentums ja überwiegend mit negativen Begleiterscheinungen verbunden.

    In einem Punkt, der sich wahrscheinlich auf den christlichen Universalismus bezieht, widerspreche ich Ihnen aber.

    Sie sagen:

    “Ein Volk ist nach ihm eine Gruppe von Menschen, die sich zusammengehörig FÜHLT. Für abstracta wie Rasse, Ethnie im BIOLOGISCHEN Sinne konntest du noch nie größere Massen begeistern. nein, es ist etwas anderes, das die Menschen zusammenhält.”

    Biologische Faktioren sind eben nicht abstrakter Art und werden schon von Kleinkindern zuverlässig anerkannt und bewirken ihn ihnen Zu- oder Abneigung. Hier hatte ich auf eine entsprechende Untersuchung hingewiesen: http://ernstfall.org/2012/12/09/psychologie-menschen-unter-druck-ziehen-sich-auf-die-eigene-ethnische-gemeinschaft-zuruck/

    Wo sich unterschiedliche ethnische Gruppen mit gleichem Glauben gegenüberstehen, kann der Glaube nur selten die ethnischen Differenzen überbrücken, siehe u.a. Südafrika, wo sowohl Schwarze als auch Weiße vorwiegend Christen sind, oder USA, wo auch die protestantischen Kirchen meist nach ethnischen Gruppen getrennt voneinander bleiben. In Großbritannien revoltierten 2011 nicht Muslime, sondern christliche geprägte Zuwanderer afrikanischer bzw. afrokaribischer Herkunft gegen die immer noch christlich geprägte weiße britische Gesellschaft.

    Ich war selbst vor recht langer Zeit einmal aktives Mitglied einer protestantischen Kirche in einem afrikanischen Umfeld, wo man versuchte, die Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen durch christliche Botschaften zu überbrücken. Es hat nicht funktioniert: Schwarze und Weiße unterschieden sich in den meisten Aspekten ihres Glaubens einfach zu sehr. Dies begann bei Feiern, die entweder den Afrikanern zu still und steif oder den Weißen zu laut waren. Die Afrikaner ließen sich gar nicht von traditionellen europäischen Gottendiensten überzeugen, während die Weißen unauthentisch und verkleidet wirkten, wenn sie schwarzen Gottesdienst zu imitieren versuchten, zu dessen Liedern weiße Stimmen ungeeignet und weißer Ausdruck zu kühl war. In der Theologie waren die Unterschiede noch gravierender: Man las aus der gleichen Bibel, entnahm ihr aber unterschiedliche Botschaften. Weiße mochten die Paulus-Briefe mit ihrer Betonung von Disziplin und konservativer Lebensführung, während Schwarze es gerne hörten, daß alle Menschen gleich seien und die Reichen (Weißen) den Armen (Schwarzen) moralisch unterlegen seien und ihnen zu geben hätten.

    Meine These lautet: Glaube scheint etwas zu sein, was eine Herkunftsgemeinschaft weiter festigen kann, aber wo die Grundlage gemeinsamer Herkunft fehlt, reicht Glaube alleine offenbar nicht aus, um diese Gemeinschaften in schwierigen Situationen zusammenzuhalten. Kennen Sie Beispiele, in denen dies anders war?

  40. Veritas schreibt:

    Meyer, ich möchte fast wetten, dass ich von uns beiden der germanisch aussehendere bin, germanischer als ich ist wahrscheinlich nur der Sven aus Norwegen. Allerdings war mir so ein eher oberflächlicher Biologismus, der wohl den wesentlichen Kern deiner Identität ausmacht, immer etwas zu prolet-arisch, spätzivilisatorisch-materialistisch.

    Nein, Meyer, so einfach funktioniert die Geschichte von Hochkulturen nicht. Stämme sind keine Nation und das hat nichts mit Leugnung von Ethnizität zu tun. Diese angebliche Kontinuität eines Volkes von Anbeginn aller Zeit ist Stumpfsinn, weil du auf die Ethnie allein abstellst. Genau das ist jedoch der Materialismus der Zivilisation, den Spengler, der hier auch oft zitiert wird, angreift, bzw. beschreibt. Spengler legt deutlich mehr Wert auf das metaphysische Moment bei der Entstehung eines Volkes. Ethnie IST ein Faktor, aber es ist NICHT der einzige. Ein Volk ist nach ihm eine Gruppe von Menschen, die sich zusammengehörig FÜHLT. Für abstracta wie Rasse, Ethnie im BIOLOGISCHEN Sinne konntest du noch nie größere Massen begeistern. nein, es ist etwas anderes, das die Menschen zusammenhält.

    Die Christianisierung fand im Übrigen nicht erst im 9. Jh. statt.

  41. Meyer schreibt:

    Veritas, wenn Sie Ihr Geschreibsel ernst meinen, dann führt dies eben automatisch dazu, daß man Sie nicht ernst nehmen kann. Ihr Problem.
    Das Deutschsein beginnt weit vor Arminus. Das diesbezügliche Bewußtsein ist auch deutlich älter. Wie die Ursprünge des Wortpaares deutsch/welsch belegen.

    Das Christentum hat uns geformt, wie wir Deutschen das Christentum geformt haben. Trotz dieser Formung handelt es sich dabei nicht um unsere Substanz. Die ist weitaus älter als das Christentum, sie ist weitaus “biologisch” gefestigter als das Christentum und sie ist alleine tragfähig. Das Christentum hingegen trägt nicht alleine sondern braucht einen Träger. Chlodowech dürfte die formelle Wende zum Chrsitentum bewirkt haben.

    Die Grenzen der Völker sind von Rom und der Völkerwanderung bis heute im Wesentlichen identisch geblieben. Über all die Kriege und Jahre haben die ethnischen Bande stärkere Kräfte besessen, als die religiösen. So waren die Sachsen bis zum Schluß altgläubig und die ersten, die protestantisch wurden.

    Mir ist verständlich, daß kleinwüchsige und braunäugige Dunkelhaarige mit ihrem kaum vorhanden germanischen Erbe hadern. Dann seid’s halt Katholiken und betet fünf mal am Tag Richtung Rom. Wenn’s schee macht … und feiern Sie schön Julfest, ach!, Weihnachten, denn ich mache das auch. Stellen Sie schön die christliche Tanne und den Adventskranz auf. Grüßen Sie mir Ihre Heiligen!

    Im Übrigen ist es ganuso lächerlich unsere Ethnizität leugnen zu wollen, wie unsere tiefe Prägung durch das Christentum. Diese hat heute positive Seiten, wenn man sich auf sie besinnt. Aber ebenso auch negative. So kann man bspw. vor allem dem Katholizismus vorwerfen, Männer zu eunuchischen Schlappschwänzen zu machen, während der Lutheranismus wieder die Männlichkeit in die Welt brachte. Ob der Soldat im seeligen Stande sei könne? Ja, sagt Luther. Nein, sagt die Katholische Kirche. Ende der Durchsage.
    Daß die deutsche Staatlichkeit sich auf kirchliche Verwaltung jahrhundertelang stützte, ist genauso unfraglich, wie glücklicherweise vorbei.

    Was Sie machen, denn Beginn unserer Kultur mit dem Jahre 900, nämlich der Christianisierung, einfach willkürlich festzulegen, ist ein so lächerlicherlicher intellektueller Trick, der gerne von Angehörigen gewisser anderer Stämme verwendet wird (Pech gehabt. Aber versuchen Sie es ruhig weiter. Manchmal klappt es ja.). Ein Geo-Heftchen dürfte Sie eines besseren belehren.

    Das Christentum hat die alte Kultur zerstört. Und das Christentum hatte auch eine Formensprache, die von Germanen und wohl auch Kelten wiedererkannt wurden. Das Kreuz, vor allem als Kreuz mit gleichlangen Balken und im Kreis, ist tausende von Jahren vor J.C. in der nordischen Kultur zu finden. Gewisse Darstellungen vom Kreuzigungspfahl erinnern auch an Torhämmer. Wahrscheinlich haben auch germanische Sklaven Roms den Glauben daher schneller adaptieren können. Mit den Prätorianern wurden Germanen schon früh zum wesentlichen Machtfaktor in Rom.

    All dies blenden Sie aus. Du sollst aber nicht lügen! Oder: Du sollst Dich weiterbilden und auf Deinen eigenen Verstand vertrauen. Rom ist tot. Begraben von sich selbst.

  42. Veritas schreibt:

    Ich habe dieses Blog kürzlich entdeckt und schätze es durchaus. Aber das hier ist schlicht unwahr. Ohne die christliche (v.a. kirchlich-katholische) Klammer, gäbe es KEINE EINZIGE der abendländischen Nationen, wie wir sie kennen. Man höre doch bitte endlich damit auf, die deutsche Identität wie im 19. Jh. mit “Hermann dem Cherusker” beginnen zu lassen. Diese Stammesverbände waren keine Deutschen, es gibt eine Zeit davor. Ein Volk entsteht zeitgleich mit dem Entstehen seiner Kultur, in ihrem Rahmen. Und die unsrige Kultur, das Abendland, bildete sich ab ca. 900 n.Chr. heraus.

    Unsere Nation ist, wie Frankreich, Norditalien, England und überhaupt der Rest Westeuropas, die Frucht aus nordischer und römisch-antiker Kultur, eingerahmt von der Kirche, zusammengehalten als westliche Christenheit. Die völkische Romantik vom “urigen Deutschtum”, das angeblich vom Christentum verunreinigt wurde, ist anachronistisch, ein Kind der post-napoleonischen Romantik bzw. der esoterischen völkischen Bewegungen des späten 19. Jh. Es widerspricht der historischen Realität und wird der ansonsten klugen Zeitanalyse auf diesem Blog hier, nicht gerecht.

    Übrigens: Es gibt den “gerechten Krieg” im christlichen Kontext, da ist nichts mit “heidnischem Rittertum gegen Christus”. Die ritterlichen Ideale fußen durchaus in der christlichen Vorstellung, das Schwache zu schützen.
    Die hätten Dich, lieber Autor, zusammengeschlagen, wenn Du ihnen irgendwas von Wotan und pseudogermanischem Hokuspokus erzählt hättest. Es waren Christen aus Überzeugung. Du bist in der Nationalromantik des 19. Jh. verhaftet.

  43. Andre Thuns schreibt:

    Wifman, du entstellst die Wahrheit etwas….den Herrschern der germanischen Stämme wurde es nahegelegt das Christentum anzunehmen. Stämme, die nicht gewaltsam unterjocht wurden, sind konvertiert, weil deren Häuptlinge aus Bündnissgründen, finanzieller Abhängigkeit oder klarer Drohung ihr Volk dazu veranlasst haben.

  44. Wifman schreibt:

    Das ist so nicht ganz richtig. Die meisten germanischen Stämme haben das Christentum freiwillig angenommen. Die Westgoten haben die Grundsteine der Mezquita in Cordoba gelegt. Die Ostgoten waren ebenfalls Christen. Die Vandalen, die Lombarden, die Franken – alle freiwillig bekehrte Christen. Auch die Sachsen in England ließen sich freiwillig von den Iren zum Christentum bekehren.

    Viele der Sünden, die Scheil aufzählt, werden erst begangen, nachdem die Christen ihre Erfahrungen mit den erfolgrechen (und daher vielleicht von Gott gesegneten?) islamischen Jihadisten gemacht haben: Ägypten, Syrien, Anatolien, Marokko, Spanien. Erst die Ostgoten konnten die heranstürmenden Horden erfolgreich aufhalten.

    Literaturtip: Mohammed and Charlemagne – revisited, Emmet Scott

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