Südafrika: Paramilitärische Krisenvorbereitung im “Kommandokorps”

Veröffentlicht am 27. Februar 2012by

Eine aktuelle Dokumentation (“Afrikaner Blood”) zeigt paramilitärische Ausbildung weißer Jugendlicher im südafrikanischen “Kommandokorps“.

Das Kommandosystem, an daß sich die dargestellte Gruppe anlehnt, war eine südafrikanische Reservistenstruktur, die paramilitärische und polizeiliche Aufgaben wahrnahm und ab 2003 wegen ihrer “Rolle in der Apartheid” aufgelöst wurde.

Hintergrund solcher Formen der Krisenvorbereitung ist die außer Kontrolle geratene Gewalt gegen Weiße in Südafrika. Seit der Machtübernahme schwarzer Nationalisten ist eine fünfstellige Zahl von Weißen bei gewaltsamen Übergriffen durch Nichtweiße getötet worden (davon alleine rund 3.000 bei Angriffen auf Farmen), was in Europa offenbar verbreitet als akzeptabler Kollateralschaden bei der Durchsetzung der multikulturellen Gesellschaft in Südafrika betrachtet wird.

Während der Großteil der ethnischen Gewalt gegen Weiße offenbar kriminell motiviert ist, rufen insbesondere jüngere ANC-Anführer verstärkt auch zu politischer Gewalt auf. Weißen soll, ähnlich wie in Simbabwe, die Verantwortung für die seit der schwarzen Machtübernahme ausbleibenden Fortschritte zugeschoben werden. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichten die Gewaltaufrufe Anfang diesen Jahres, als Präsident Jacob Zuma persönlich das unter militanten schwarzen Nationalisten verbreitete Lied “Kill the Boer” (“Töte den Buren”) auf der 100-Jahrfeier des ANC angestimmte.

Trotz dieser objektiven Bedrohungslage teilen wir nicht alle Vorstellungen des Kommandokorps. Insbesondere halten wir die vertretene Einstellung, daß Schwarze gegenüber Weißen eine unterlegene Rasse darstellen, für falsch und angesichts der Machtergreifungen schwarzer Nationalisten in ausnahmslos allen ehemaligen europäischen Siedlerkolonien in Afrika für widerlegt. Die rassisch begründete Herabwertung eines Gegners mag für die eigene Seite identitätsstärkend wirken, verstellt aber auch den Blick auf die eigenen Schwächen.

Zudem neigen paramilitärische Krisenvorbereitungsstrukturen (wie sie auch in den USA verbreitet sind) allgemein dazu, einen zum Selbstzweck gewordenen Radikalismus sowie einen irrationalen Uniform- und Waffenfetischismus zu betreiben, der wenig bewirkt außer ihren Gegnern Propagandamaterial zu liefern. Auf die gegenwärtige Lage in Europa wäre das Modell davon abgesehen ohnehin nicht übertragbar.

Darüber hinaus stellen militärische Bedrohungen (etwa durch z.T. militärisch bewaffnete organisierte Gruppen von Kriminellen die Farmen angreifen) nur einen Teil des Bedrohungsspektrums dar, dem die weiße Bevölkerung in Südafrika ausgesetzt ist. Die dargestellte Ausbildung orientiert sich in diesem Zusammenhang an klassischer militärischer Ausbildung und trägt wenig dazu bei, auf den Kampf gegen irreguläre Kräfte dieser Art vorzubereiten, in deren Art kriminelle Gruppierungen in manchen ländlichen Regionen Südafrikas gegen die Farmen der Weißen operieren.

Dennoch ist das südafrikanische Kommandokorps ein interessantes Beispiel dafür, wie weiße Minderheiten in demographisch wesentlich ungünstigeren Situationen als den mittelfristig in Europa zu erwartenden auf ethnische Gewalt gegen sie reagieren können.

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Krisenvorbereitung: Nur das Einfache hat Erfolg

Veröffentlicht am 23. Mai 2012by

Moltke formulierte den Grundsatz: „Nur das Einfache hat Erfolg.“ Im angelsächischen Sprachraum sagt man: „Keep it short and simple“ (KISS). Gründe dafür gibt es viele: Je größer die Stressbelastung eines Menschen ist, desto weniger ist er in der Lage, komplexe Dinge zu verstehen oder auszuführen. Je mehr Bestandteile ein Plan hat, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er scheitert. Je mehr bewegliche Teile ein Apparat hat, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er ausfällt. Alle Vorbereitung auf den Ernstfall sollte daher so weit wie möglich Komplexität vermeiden, egal ob es um technisches Gerät, Planungen für bestimmte Situationen oder Techniken der inviduellen Selbstverteidigung geht.

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Krisenvorbereitung: Mögliche sicherheitsbezogene Folgen von Stromausfällen

In Folge der “Energiewende” steigt laut “Monitoringbericht 2012“ von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt in Deutschland die Gefahr großflächiger Stromausfälle. Netzbetreibern zufolge habe Deutschland bereits im Februar 2012 unmittelbar vor solchen Ausfällen gestanden.

Die möglichen sicherheitsbezogenen Folgen solcher Stromausfälle wurde bereits vor einiger Zeit durch die Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) sowie im Auftrag des Innenausschusses des Bundestags untersucht.

Die HWR-Studie sieht Potential für Plünderungen in “Kiezen, deren Bewohner sich ohnehin benachteiligt fühlen”, während die Studie für den Innenausschuss des Bundestags bei längeranhaltenden Stromausfällen Engpässe bei der Lebensmittelversorgung erwartet, was zu erhöhter Kriminalität u.a. in Form von Diebstahl und Zusammenstößen führen könne. Bei Stromausfällen von mehr als einer Woche Dauer würde in den betroffenen Räumen “mit großer Wahrscheinlichkeit die flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung mit Lebensmitteln nur ungenügend gewährleistet werden” können.

Angemessene Bevorratung von Lebensmitteln ist daher zu empfehlen.

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13 Antworten zu Krisenvorbereitung: Mögliche sicherheitsbezogene Folgen von Stromausfällen

  1. quer schreibt:

    „Es reicht schon ein Feuer aus“

    @Ernstfall,
    das ist in der Tat die größte aller Gefahren. Es reicht, daß irgendein Trottel eine Kerze fallen läßt, oder sein Kaminfeuer verläßt. Da spielt es keine Rolle, ob man selbst so blöd ist, es der Bruder ist, dem man seine Hütte mitsamt Vorräten zum „überwintern“ übergibt, oder ein Nachbar im Nachbarhaus. Viele, allzuviele haben den Umgang mit offenem Feuer nicht gelernt.

    Angewandte Strategie markiert das Ziel und die kühle Vorbereitung der Mittel, um das Ziel zu erreichen. Angewandte Taktik bestimmt die Vorgehensweise und die Wegauswahl. Unter Einbeziehung der zu erwartenden Hindernisse und Gefahren.

  2. quer schreibt:

    Tja, mein lieber Meyer,
    viele Faktoren bestimmen das individuelle Handeln. Ich bin Historiker, bin berufstätig, bin klar im Kopf, habe meine Lektionen in Strategie und Taktik als vormaliger Angehöriger der LW-Führungstruppe (letzte „Tätigkeit“ als diensttuender – gibt’s beim Heer nicht – Feldwebel und Jägerleitoffizier) gelernt, und bin zudem weit jenseits der von Ihnen angezogenen Altersstufen.

    Als Kind bin ich schon mal „abgehauen“ und weiß, was das bedeutet in „unordentlichen“ Zeiten. Man wird empfindlicher. Lustig in diesem Zusammenhang ist meine Zugehörigkeit zum preußischen Adel – wenn auch (gibt’s tatsächlich) – ohne Prädikat.

    Was die Eidgenossenschaft angeht, so sehen Sie vieles klar. Allerdings: Lieber in der CH bis zu den Knien im Wasser, als in der BRD nasse Füße. Alles eine Frage realer Chancen.

  3. Ernstfall schreibt:

    Die Möglichkeit, die eigene Wohnung für längere Zeit verlassen zu müssen, sollte man immer offenhalten. Es reicht schon ein Feuer aus, um einen dazu zu zwingen.

    Beim Thema Stromausfälle neige ich aber Meyers Position zu, in der eigenen Wohnung zu bleiben. Im Auto kann man kaum ausreichend Material für zwei Personen oder eine Kleinfamilie mitnehmen, und dann steht man mit seinem Wagen ggf. auf verstopften Straßen voller Menschen die nicht genügend Material mitgenommen haben und langsam Hunger bekommen. Die Polizei wird in solchen Situationen andernorts gebunden sein, vielleicht keinen Treibstoff mehr haben und nicht reagieren können, selbst wenn Notrufe nicht überlastet sind und sie durch die verstopften Straßen durchkäme. Es gibt einige entsprechende Erfahrungsberichte bzgl. der Flucht aus New Orleans 2005. Für Kriminalität ist man unterwegs meist verwundbarer als selbst in einer nur minimal gesicherten eigenen Wohnung. Zurückgelassene Wohnungen sind hingegen besonders verwundbar für Plünderung bzw. Einbruch.

    Und es ist immer die Frage zu beantworten, wo man denn hinwill. Wenn man Freunde oder Verwandte an einem nichtbetroffenen Ort hat, wäre dies eine Option, aber man kann sich bei der Vorbereitung nicht darauf verlassen, daß diese nicht betroffen sein werden.

    Eine Flucht hat also bei Stromausfällen fast keine Vorteile, es sei denn, man ist direkt von Plünderungen bedroht, die sich aber ersteinmal vermutlich gegen Geschäfte richten würden.

    Wenn man Vorräte für ein paar Wochen hat und die eigene Nachbarschaft etwas organisiert, wird man auch längere Stromausfälle im Großteil Deutschlands relativ problemlos gestützt auf die eigene Wohnung durchstehen können.

  4. Meyer schreibt:

    @ quer
    Ich hoffe, Sie haben meinen obigen Beitrag nicht völlig ernst genommen. Ich mag die Schweiz, aber leben wollte ich dort nicht. Mit dem Faktor Ordnung als Kern der individuellen Sicherheit haben sie das Schwarze getroffen. Deswegen bin ich bauch so sehr verwundert, daß ausgerechnet diejenigen, die der Sicherheit am dringendsten (blonde, blauäugige, schlanke Mittdreißgerinnen von mittelhohem Einkommen) bedürfen, alles dafür tun, damit diese erodiert.
    Ich hingegen bin zwar auch blond und blauäugig, bringe aber mehr Kilos bei guter körperlicher Konstitution auf die Waage. Mit einem milden Lächeln nehme ich es mit jedem auf, der sich traut. Das sind erfahrungsgemäß wenige. Gegen einen Tyson oder so etwas habe ich auch keine Chance, aber dann bin ich immer noch schneller. Für 98,5% der männlichen Wesen zwischen 15 und 65 sollte es wohl reichen, wenigstens in der Form, daß ich Situation konztrollieren kann. Und das ist auch zu erkennen, vermute ich. Vielleicht verstehen Sie, daß es mir doch ab und zu Freude bereitet, mit der körperlichen Überlegenheit zu spielen. In einem, nunja seeehhhr ordentlichen Umfeld ist das natürlich ausgecshlossen. Wo bleibt denn da der Spaß?
    Ganz ohne Risiko und Konfrontation degenerieren die freiesten Freien zu Waschlappen. Dann hat es sich mit der Freiheit. Was man ja auch in der Eidgenossenschaft beobachten kann. Sie ist faktisch Mitglied der EU, sie bürgert (über die Gerichte) entgegen der Bürgerabstimmungen Fremde ein, Einwanderung findet dort in etwa genauso statt, wie hier. Sie hinkt uns zehn bis zwanzig Jahre hinterher. Es ist ein gradueller Unterschied. Bei Fräulein Widmer-Schlumpf denke ich doch regelmäßig, daß wir mit dem Merkel-Hosenanzug noch richtig Glück haben …

    Freiheit ist ohne Lebensrisiko nicht zu haben – noch nie und niemals, nirgendwo. Das haben die Bundesdeutschen, wie die Schweizerdeutschen und -welschen verlernt.
    Wer bloß Sicherheit will, der kann auch Sklave bleiben. Und 90% wollen bloß Sicherheit. Also Lebensriskominimierung. Mit solchen Leuten degeneriert jedes System zur Unfreiheit – auch die Schweiz. Wilhelm Tells sind scheinbar ausgestorben, hier wie dort.
    Als gute Germanern haben wir uns selbst immer dann auf die Augen gehauen, wenn grad kein anderer da war. Können ja nicht immer irgendwelche römischen Legionen vor der Tür stehen. Heute stehen in der Schweiz wie in der BRD schon Horden von Albanern, Zigeunern, Türken, Arabern, Süd-Italienern und sonst noch was. Und wer wehrt sich dagegen? Niemand. Weder hier, noch in der Schweiz. Weil ja Ordnung herrscht. Und diejenigen, die die Ordnung beherrschen, tun was sie wollen.

    Wenn das Freiheit ist? Dann danke schön! Ich will die Vorteile der Eidgenossenschaft gegenüber der BRD nicht wegreden, die gibt es und die sind offensichtlich und klar.
    Und doch ist der Unterscheid wenig groß. Denn die Menschen sind dem gleichen materialistischen Denken ergeben. Sicherheitsdenken gehört dazu. Das alte SIG 550 zuhause stehen zu haben ist eines. Tatsächlich gibt es das gar nicht. Denn die Besitzer sind sich dessen nicht bewußt. Solange das SIG nicht im Kopf derjenigen ist, über deren Köpfe man existenzielle Fehlentscheidungen trifft, ist es so, als gäbe es das SIG nicht. Charaktersache.

    Fliehen, bloß weil der Strom mal ein paar Tage fehlt? Ist das wirklich der Geist von Wilhelm Tell? Ohne diesen Geist braucht man doch gar nicht anzutreten? Können wir das Schreiben und Kommentieren nicht gleich ganz lassen, wenn es nicht der impotente Schrei nach Mutti sein soll?

    Es gibt ein strukturelles Problem. Es gibt in der nördlichen Welt keine Kämpfer mehr, weil sie durch Wohlstand und Sicherheit eingelullt sind. Jeder kann dagegen etwas unternehmen, indem er das Einlullen erkennt und zurückweist. Und dem Erkennen dient das Schreiben. Charakterbildung ist das Hauptmittel, um der “Fels in der Brandung” zu werden, während der unbedeutende Rest weggespült wird. Wenn nur 5% der Männer zwischen 15 und 65 einen solchen Charakter bei ähnlicher Zielrichtung aufweisen, zudem etwa 20% der Menschen dem positiv gegenüberstehen, wäre der Drops in jedem nordischen/europäischen Land gelutscht.
    Den Vorsatz zu fassen, vor einem Stromausfall zu fliehen, scheint mir der Charakterbildung nicht gerade förderlich. Zumindest gilt das in meiner Lage. Die Ihre kann ich natürlich nicht abschätzen. Doch halte ich dies zumindest nicht für übertragbar für andere, vor allem BRD-Deutsche. Das kann für uns keine Anleitung sein. Sollten Sie der Ansicht sein, daß ein langwieriger Stromausfall in der BRD einen Fall der Wehrpflichtigkeit für Sie in der Eidegnossenschaft nach sich ziehen würde, so würde ich allerdings es für richtig halten, dem vorgreifend nachzukommen. Auch hier gilt: Das kann für Deutsche nicht gelten.

    Wir können unsere “politsichen” Auffassungen hier oder im Bekanntenkreis darlegen, soviel wir wollen. Das ändert wenig. Aber wenn man in einer Krise, dies gilt für Reserve-/Offiziere umso mehr, seine Fähigkeiten zur kühlen Lageanalyse und und zu zweckmäßiger Anleitung sowie als Vorbild zeigt, hat man mehr erreicht, als 50 gute “politische” Blogs und sieben Jahresabos der “JF”. Die Stunde der Not ist die Stunde, in der Rechte überzeugen können. Degenerierte, feige, vollgefressene Idioten bei Zeiten vom Notwendigen überzeugen zu versuchen ist sinnlos, ja sogar peinlich.

    In der Krise der “Fels in der Brandung” oder “die Eiche im Sturm” zu sein, das ist “rechts”. Krisen, Kriege immer als einen Teil der Normalität zu berücksichtigen, ist “konservativ”. “Realistisch” ist, zu wissen, daß 90% der Menschen Notlagen in guten Zeiten ausblenden. Deswegen sind sie die Gruppe >90%. Hingegen “Rechts” “konservativ” und “realitsich” zu sein und entsprechend zu handeln, ist immer “elitär”.
    Exakt so ist der Adel entstanden. Sicher nicht (für BRDianer) durch Flucht oder Einzelkämpferszenarien!

  5. quer schreibt:

    “Aber ist die Schweiz nicht, ahem, etwas zu, äh, ordentlich?”

    @Meyer,
    es wird Sie sicher nicht überraschen, daß “ordentlich” auch einen gewissen Schutzfaktor (des Individuums) darstellt. Unter die Rubrik “ordentlich” fällt z.B., daß es selbst mir gewisse Schwierigkeiten bereiten wird, die Grenze der Schweiz überhaupt zu überqueren.

    1. Weil das viele wollen werden, aber nicht dürfen.
    2. Weil von einer relativen Dichtigkeit der Grenze auszugehen ist. Mit damit verbundenen Wartezeiten.
    3. Weil zugleich von Aggressionen derer auszugehen ist, die nicht dürfen, gegenüber jenen, die zwar dürfen, aber warten müssen.
    4, Weil genaue Ortskenntnis erforderlich ist, um über abgelegene kleine Übergänge sein Glück zu versuchen.
    5. Weil das alles Zeit (und Sprit) kostet.

    Wenn ich’s denn geschafft habe, bin ich (ganz ordentlich) wieder ein Freier unter Freien.

  6. Meyer schreibt:

    Und hoppla,

    vielleicht wächst ja die Erkenntnis, daß der Protagonist deswegen noch nicht da ist, weil er gerade diesen Kommentar liest/schreibt, schön warm hier!, Heizung oder Kamin an, am Schreibtisch, zu Hause, Abendessen gab es pünktlich. Wann ist Fußball?

    Deswegen steht da kein Protagonist auf der Bühne! Die Freier der Penelope hausen schon lange auf Ithaka und benehmen sich, als wäre es ihre Insel. Irgendwann wird Odysseus wohl doch auftreten!

  7. Meyer schreibt:

    @ quer
    Nichts gegen die Schweiz! Und bundesrepublikanische (deutsch kann man hier ja nun wirklich nicht mehr sagen) Ballungsgebiete sind gewiß auch kein Hort von Ordnung und Sauberkeit. Aber ist die Schweiz nicht, ahem, etwas zu, äh, ordentlich?
    Urlaub? Gerne. Also Vorbild in vielerlei Hinsicht auch. Aber ich hoffe doch bezüglich der, äh, Ordnung bleiben wir so auf zwei Drittel des Weges stehen. Spießigkeit will ich ja nicht sagen … . Es ist halt seeehhhr ordentlich.
    Übrigens: Ich hab’ dieses Jahr noch nicht abgegrillt. Vielleicht fällt das Abgrillen dieses Jahr und das Angrillen im nächsten zeitlich eng zusammen?

    @ niekisch/diskuswerfer/Metapolitika
    Zur Bürgerkriegslage gehören mindestens zwei. Die Antagonisten kann ich ja schon sehen, da stehen viele parat. Nur, wo ist der Rest vom Schützenfest? Die Protagonisten sind weder auf der Bühne, noch in der Umkleide, noch nicht einmal auf dem verdammten Theatergelände; wahrscheinlich noch nichteinmal auf dem Weg dahin.
    Und “die anderen”, die Sie in Ihrem Artikel erwähnten: Spielen, wie immer, auf allen Hochzeiten auf. Unter großzügiger persönlicher Zurückhaltung, wenn es anfängt spannend zu werden. An diesem Muster wird sich wohl kaum etwas ändern. Die Erfolge mitels dieser sich langsam entwickelt habenden, teils unbewußten Methode sind enorm. Warum sollten die etwas ändern?
    Ich stelle die Vermutung auf, daß die Protagonisten gehörig in der Zange sitzen.

  8. quer schreibt:

    “Also ich freu’ mich immer mehr drauf. Hoffentlich enttäuschen uns die Stromkonzerne/Politclowns nicht. Am besten über die Weihnachtstage.”

    @Meyer,
    freuen? ich weiß nicht….
    Andererseits: Eine Folge hätte es schon. Sich nach einem solchen Ereignis als “grün” zu bekennen, erforderte schon Heldenmut. Dergleichen könnte schon sehr froh sein, daß man ihnen nicht den Hintern vesohlt.

    Es wird auch interessant zu beobachten sein, wie die ganze “Energiewende” ratz fatz in ihr Gegenteil umgedreht werden wird. Opportunismus andersherum.

    Dennoch: Tote wird es geben. Und leider nicht zu knapp. Als Schweizer ist für mich der Fluchtpunkt klar defeniert. Ich möchte in einer solchen Zeit in geordnetem Umfeld überwintern.

  9. Meyer schreibt:

    Kleine Ergänzung:

    Ist eine gewisse Vorratshaltung nicht eigentlich – nach Kriterien des 18./19., ja sogar des frühen 20. Jhdt. – stinknormal?
    Ist eine möglichst gute Nachbarschaft, einige feste Freundschaften nicht das beste Mittel um schwierigere Zeiten zu durchstehen?

    Zudem: Ich bin doch nicht alleine in der Welt? Es gibt Lebensgefährten, Familie, Verschwägerte, Freunde, Nachbarn, die eventuell Hilfe brauchen. Und sei es, daß man gemeinsam die TieKüs auf einem Großgrill leergrillt, ehe man vorzeitig die Bohnensuppen- oder Apfelmuß-Reserven angreift, nachdem man den halben TieKü-Inhalt hat wegwerfen müssen?

    Einzelkämpfer-Lagen (ob nun mit oder ohne EKLeistLG) sind doch noch nicht absehbar. Allerdings sind sie durchaus vorstellbar. Aber dazu muß schon mehr passieren, als ein paar Tage Stromausfall. Die Gallier warten doch schon darauf, uns ihren Atomstrom für den fünffachen Preis anzubieten.

    Immerhin könnte das die grünen Arschlöcher von ihrer Krankheit befreien – oder die Deutschen von den Grünen. Ich weiß nicht welches der beiden Alternativen mir besser gefällt. Laternen haben ja auch ohne Strom eine verbleibende Ersatzfunktion.

    Also Grill und Grillkohle bzw. Buchholz ist natürlich der Dreh- und Angelpunkt eines anständigen Stromausfalls. Also ich freu’ mich immer mehr drauf. Hoffentlich enttäuschen uns die Stromkonzerne/Politclowns nicht. Am besten über die Weihnachtstage. Dann fiele das Generve auch noch aus.

  10. Meyer schreibt:

    Nunja,

    auch ich habe vorgesorgt. Aber etwas weniger existenzialistisch:
    Kerzen;
    Notstromaggi + Benzin + Kanister + TieKü mit 24h-Reserve;
    Gr. Gaskocher + Gasheizung + Gasflaschen;
    Kl. Gaskocher + Kartuschen;
    Sprudelwasser + H-Milch;
    Leitungswasser + Kanister + Tabletten + Filter;
    einfach zuzubereitende Lebensmittel.
    Benzin + Kanister für das Auto + bei 50% Tankinhalt tanken;
    Kaminholz + Kohle;
    Das einzige, was also zu tun ist, ist Wasser in die Wasserkanister zu füllen. Und: Als Jäger ist eh’ alles gut😉

    Fliehen? Wohin? Weshalb? Die Arbeit ruhen zu lassen, ist beruflich ausgeschlossen und sinnlos. Ist doch die beste Zeit zum Arbeiten. Da hat man mal Ruhe vor den hyperventilierenden Idioten, die einen sonst wegen jeder Pisse von zusammenhängender Arbeit abhalten. Wahrscheinlich aber wird man dann wegen der “romantischen” Atmosphäre von ganz anderer Seite von der Arbeit abgehalten.

    Ich kann nichts schlechtes an einem dreiwöchigen Stromausfall finden, gerne auch vier. Und ein Bürgerkrieg ist etwas anderes als Plündereien. Und das ist eine reine Frage des Wohnsitzes und der baulichen Bedingungen. Ich habe deutlich mehr an Vorräten, als ich für zwei Personen brauche. Ich würde also teilen, selbst mit den Nachbarn, die mir sonst den Buckel runterrutschen können. Noch sind wir hier in Deutschland. Zombi-Survival-Scenarios sind erstmal fern der Realistät. Man wird lediglich ins 19 Jhdt. zurückgeholt, für ein paar Wochen, mit Strom-Aggi, “Ravioli” und TieKü. Naja. Das ist keinerlei Grund zur Panik.

    Ach, in der Liste fehlt natürlich Jever, Wein & Klara S.

  11. quer schreibt:

    Nachtrag:

    Obiger Bericht zeigt zwar recht offen, was zu erwarten ist, offenbart aber gleichzeitig, was es alles nicht gibt. Und das ist das eigentliche Ärgernis. Die vielen “sollte”, “müßte”, “könnte” deckt deratige Mängel der Vorsorge auf, daß einzig die Flucht bleibt.

    Vernünftige sollten das aber nicht sofort tun, sondern sich mindestens 24 Stunden Zeit nehmen. Dann ist klar, welche Wege noch offen sind und wer noch fahren kann/will. Das Zeitfenster, ein erstes und wichtiges Ziel zu erreichen, beträgt dann ca. 12 Stunden. Danach erscheinen dann die ersten Morodeure/Räuberbanden auf der Bildfläche.

  12. quer schreibt:

    http://www.tab-beim-bundestag.de/de/publikationen/berichte/ab141.html

    Wenn man diesen link aufmacht. erfährt man in aller Breite, was wirklich passieren wird. Und zwar innerhalb weniger Tage. Zur Überprüfung habe ich die hiesige freiwillige Feuerwehr befragt. Deren Bescheid war, daß maximal 1 b. 2 Einsätze gefahren werden können, weil dann der Dieseltank leer und die Tankstelle dicht ist. Auch die Polizei verfügt über keine Handpumpen, um ev. vorhandenes Benzin vom Tank in das Fahrzeug zu füllen. Schöne Aussichten.

    Meine persönliche Vorsorge:
    Alle 100 km volltanken, sowohl Benzin, als auch Autogas. Ergibt eine Reichweite von 1200 km. Ausreichend, um über kleine Nebenstraßen (Kartenmaterial, Kompas !!) die Südgrenze zu erreichen. Versuchen, nach West über den Rhein zu kommen. Pässe bereitlegen und eine alte Aktentasche mit den wichtigsten Dokumenten. Kofferpackliste bereithalten und (legale) Waffen durchsehen. Was sonst noch in den Kofferraum? (Kein Gepäck in den Wagen-Innenraum !) Was anziehen? (BW-Schaft-Stiefel, Feldjacke usw.)

    Haus total entwässern: Heizungsanlage, Wasserleitungen. Kaminholz in den Keller verbringen.
    Wasservorrat nie unter 2-3 Kisten sinken lassen. Genügend Alu-Folie im Haus, um TK-Waren (Fleisch und vorgekochte Gerichte) im Kamin garen oder aufwärmen zu können. Auch Brot hält nach Auftauen mindestens eine Woche oder länger. Eimer oder andere Plastikteile bereit halten, um in der Gartenhütte eine prov. Toilette einzurichten. Abgelassenes Wasser aus dem Haus in Eimern als Nutzwasser bereitstellen.

    Das so vorbereitete Haus als Überlebensinsel Bruder oder Freund (die nicht abhauen können) zur Verfügung stellen. Hoffen, daß die Bude nicht abbrennt und auch sonst heil bleibt.

    Sollte es zu einem solchen Vorfall längerer Dauer kommen, haben wir ihn: Den Bürgerkrieg.

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Krisenfeste Gemeinschaften: Ethnische Homogenität und kulturelle Identität als Erfolgsfaktoren

Veröffentlicht am 7. Dezember 2012by

Der Soziologe Curt Stofferahn hat den Wiederaufbau in der Stadt Northwood im US-Bundesstaat North Dakota nach einem Tornado 2007 untersucht und dabei feststellt, daß ethnische Homogenität und kulturelle Identität der vorwiegend norwegischstämmigen Bewohner zur besonderen Krisenfestigkeit der Stadt entscheidend beigetragen hätten.

Bezüglich des Faktors ethnische Homogenität hebt Stofferahn die norwegische Herkunft vieler Einwohner hevor, auf deren Grundlage ein robustes Gemeinschaftsleben entstanden sei:

Being Norwegian wasn’t the sole reason for the success, however. Being similar was, too. “With so many having farm backgrounds, they had more self-reliant skills,” Stofferahn said. “And the people were so intertwined socially in clubs, organizations, school, churches and families that they got along with each other and trusted each other…….“There was very little controversy and conflict because of the high degree of trust from those relationships. This is a town where residents don’t lock their doors or their cars.”

Stofferahn spricht vom “kulturellen Kapital” der Bewohner der Stadt, deren Identitätsverständnis Krisenfestigkeit begünstigt habe:

The locals “defined themselves as self-reliant, independent, hardy, tough Norwegians with a strong work ethic who wouldn’t give up to adversity,” Stofferahn said. “It’s built into their culture.

Stofferahn vergleicht die Krisenfestigkeit Northwoods mit den Verhältnissen im multiethnischen New Orleans nach dem Sturm Katrina 2005 und hebt hervor, daß ethnische Vielfalt die Bewältigung von Krisen erschwere. Wie der Soziologe Robert Putnam nachgewiesen hatte, führt ethnische Vielfalt zum Abbau kultureller Substanz nicht nur in der Gesamtgesellschaft, sondern auch bei den einzelnen ethnischen Gruppen.

Auch andere Beispiele zeigen, daß ethnische Homogenität zwar ein notwendige, nicht aber eine hinreichende Bedingung für krisenfeste Gemeinschaften ist. Es kommt darüberhinaus auch auf die Identität einer Gemeinschaft an. Das ethnisch homogene Japan war z.B. auch aus kulturellen Gründen in der Lage, die Erdbeben- und Tsunamikatastrophe von 2011 rasch zu bewältigen, während das ebenfalls ethnisch relativ homogene Haiti nach einem Erdbeben 2010 trotz massiver Hilfe von außen auch kulturell bedingt dazu nicht fähig war.

Aus diesen Beobachtungen folgt, daß eine noch zu schaffende Struktur zur nichtstaatlichen Krisenvorbereitung in Deutschland nicht nur ethnisch homogen sein müsste, sondern vor allem auch die geistigen Grundlagen von Krisenfestigkeit im Sinne eines belastbaren Identitätsverständnisses zu stärken hätte.

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10 Antworten zu Krisenfeste Gemeinschaften: Ethnische Homogenität und kulturelle Identität als Erfolgsfaktoren

  1. Ja, ich erinnere mich noch. In der Bundeswehr wurde er damals relativ viel gelesen, allerdings in einigem Abstand hinter dem fast zeitgleich eingestellten “GeoPowers” und dem mittlerweile wieder auferstandenen “Augen Geradeaus” sowie dem immer noch bestehenden “Bendler Blog”, die alle von namentlich bekannten Autoren geschrieben wurden bzw. werden. Anonyme Autorenschaft schränkt die Glaubwürdigkeit eines Blogs zwangsläufig ein, aber umgekehrt können sich die Autoren gerade deshalb umso offener äußern, und wenn ein Blog ausschließlich wegen seiner Inhalte und seines Stils auf Interesse stößt und nicht wegen Rang und Namen seiner Autoren, spricht das ja nicht unbedingt gegen den Blog.

  2. F451 schreibt:

    Wenn mich nicht alles täuscht, hieß der damals Weblog Sicherheitspolitik.

  3. @F451
    Vielen Dank. Wie genau hieß dieser Blog?

  4. F451 schreibt:

    Ich wollte eigentlich nur mal ein allgemeines Lob hier anbringen. Kühl, sachlich, faktenreich, ohne überflüssige emotionale Ausbrüche. Erinnert mich an einen leider untergegangenen geopolitischen Blog aus dem Sicherheitsbereich. Hoffe ihr macht noch lange weiter mit eurer guten Arbeit!

  5. @Rasputin
    Wissenschaftlich traut sich leider kaum jemand direkt an die Frage möglicher soziobiologischer Zusammenhänge zwischen Herkunft und Kultur heran. Die Antwort auf diese Frage wäre aber höchst relevant für diverse weltanschauliche Diskussionen. Wenn Kultur z.B. eine reine Willensentscheidung wäre, zu der alle Menschen die gleichen Voraussetzungen haben, dann wären universalistische Vorstellungen z.B. möglicherweise wirklichkeitsgerecht und müßten nicht zwangsläufig scheitern.
    Soweit ich die Diskussion aber als Laie überblicken kann, ergibt sich für mich folgendes Bild (Beispiele und Quellen reiche ich bei Bedarf gerne nach):
    1. Menschliches Verhalten hat eine starke biologische Komponente.
    2. Gruppen von Menschen waren teilweise über zehntausende Jahre voneinander isoliert und haben sich in dieser Zeit an unterschiedliche Naturbedingungen unterschiedlich angepasst. Daß diese Anpassung nicht nur äußerliche Aspekte beinhaltet, sondern auch Verhalten betrifft, ist möglich und sogar wahrscheinlich. Interessant dazu: Wenn man bei Spiegel Online verstanden hätte, was diese Meldung über die genetischen Veränderungen bei Europäern in den vergangenen zehntausend Jahren im Kern aussagt, hätte man sie vermutlich nicht veröffentlicht: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/erbgut-des-menschen-veraenderte-sich-stark-in-juengerer-vergangenheit-a-869936.html
    3. Diverse psychologische Vergleichsstudien belegen ähnliche kulturelle Muster, Verhaltenspräferenzen etc. bei Gruppen ähnlicher Herkunft, und zwar auch dann, wenn zwischen den Gruppen keine direkte kulturelle Verbindung besteht (etwa zwischen den Nachkommen afrikanischer Sklaven in den USA und Schwarzafrikanern in Afrika)-
    Es spricht m.E. vieles dafür, daß Menschen und Gruppen von Menschen zumindest in dieser Hinsicht eben nicht alle gleich sind, sondern sich auf einer Ebene voneinander unterscheiden, die durch menschliches Handeln nur teilweise ansprechbar ist.
    Spätestens an diesem Punkt leidet die Diskussion des Themas an mangelndem Wissen. Was dem Willen des Menschen ggf. unterworfen ist und in welchem Grad, und von welchen Faktoren dies wie beeinflusst wird, ist unbekannt. Trennscharfe Abgrenzungen scheint es zudem nicht zu geben, nur Tendenzen.
    Thesen, die alles Geschehen in der Welt auf biologische Unterschiede zurückführen oder die Menschheit in biologisch höher- und niedrigerwertige Menschen aufteilen, stützt die Forschung nicht. Sie stützt aber ebensowenig die Milieutheorien, die im anderen Extrem davon ausgehen, daß Menschen beliebig durch die Gesellschaft formbare Gegenstände seien.

  6. Rasputin schreibt:

    Nachtrag: Es ist wohl doch etwas komplizierter. Schauen wir uns beispielsweise uns Deutsche an, dann kann es schon zu Unterschieden in der Mentalität kommen, wenn man ins nächste Bundesland fährt. Obwohl die biologische Grundlage, auf die der NS ja letztlich die Deutschen reduzierte, nahezu identitisch war, entwickelten sich doch verschiedene Kulturen und Mentalitäten innerhalb eines größeren Ganzen. Deswegen ist es auch so schwierig, eine entsprechende fixe Grenze zwischen “zugehörig” und “nicht zugehörig” zu ziehen. Rein biologisch wäre dies ein Ding der Unmöglichkeit; man würde sich schnell in Widersprüche verstricken und ungerecht handeln. Biopolitik lehne ich aus diesem Grunde ab, denn es gehört sich für einen anständigen Staat, möglichst alle Ungerechtigkeiten von seiner Seite zu unterlassen.

    Und eben genau hier kommt die Kultur als IDEALWERT ins Spiel. Unabhängig davon, daß wir noch nicht genau wissen, wie eine Menschenpopulation “funktioniert”, erkennen wir, dass sie von anderen abgrenzbar ist und einzigartige identitäre Werte entwickelt hat. Diese zu erhalten, ist unser Ziel, was, wie jedes Ideal, einen irrationalen Kern hat, der aber umschlossen ist von dem Wissen, daß es richtig ist, was wir tun. Wenn wir also argumentieren – und wir argumentieren gut -, argumentieren wir für die Richtigkeit unseres Ideals. Das Ideal selbst müssen wir aber aktiv leben; das tut die DNA nicht für uns. Auch nicht der Rest des Volkes. An Kultur teilzuhaben, ist immer ein aktiver und lebendiger Prozess. Er kann individuell oder kollektiv sein, aber jedem dieser Prozesse geht zumindest eine individuelle Entscheidung voraus. Diese Entscheidung wird bestimmt dadurch, welchen Idealen das Individuum folgt. Es sind geistige Prozesse, nicht biologische, die diesem Vorgang vorausgehen.

    Am Ende steht immer der Wille zum Ideal, und unabhängig von der DNA des Menschen kann dieser Wille mehr oder weniger ausgeprägt sein. Deswegen sehen wir, wie jene Menschen, die die NS einst die Herrenrasse nannten, derweil ihre eigene Kultur mit Füßen treten, einem ungeistigen Konsumwahnsinn hinterherrennen und jedem dahergelaufenen Moralisten brav das Pfötchen geben, ohne sich auch nur ansatzweise um die Erschaffung einer vollwertigen Persönlichkeit, die sich selbst völlig bewusst und für Kulturschöpfung notwendig ist, zu bemühen.

    Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet erscheint die biologische Abstammung zunächst zweitrangig, oder sehe ich das vielleicht völlig falsch? Ich würde mich auf jeden Fall über Antworten freuen, ordentliche Gesprächspartner zu diesem Komplex zu finden ist nicht so einfach heutzutage, in unserer fanatischen Welt.😉

    Rasputin

  7. Rasputin schreibt:

    @ Martin

    Gerade dieses Blog sticht eigentlich heraus, wenn es darum geht, eben keine einseitige Sicht auf diese Thematik zu pflegen. Siehe dazu den Artikel zur Populationsgenetik, der auch sehr interessant ist. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich vorteilhaft, auch einmal die geistig-empirischen Faktoren einer Volkswerdung zu beleuchten. Dies ist mit “ethnokultureller Identität” bestens zusammengefasst.

    Ansonsten hast du natürlich recht – rein empirisch funktioniert der Mensch nicht, das wurde nun, spätestens seit Beginn der genetischen Wissenschaften und der Entdeckung der DNA, mehrfach und auf mannigfaltigste Art und Weise von verschiedensten Personen aus verschiedensten Zweigen bestätigt. Einige Wirtschaftszweige, wie die Pharmaindustrie, könnten ohne diese Erkenntnisse nicht optimal verkaufen, etc. Die Genetiker vermuten auch, habe ich vor etwa einem halben Jahr sogar auf einem BRD-nahen Nachrichtenportal gelesen, daß selbst Erinnerungen vererbt werden können. Insofern hast du selbstverständlich recht, daß man eine genetisch abgrenzbare Population nicht mal eben die Kultur einer anderen Population anerziehen kann, ohne daß es zu Unterschieden in Mentalität und Verhalten kommen würde.

    Wer das glaubt, hat wohl ein völlig absurdes Menschenbild und wenig Bildung auf dem Gebiet.

  8. Man kann vielleicht nicht Haiti zu Japan machen, aber wie die kulturelle Entwicklung in Deutschland m.E. zeigt, sind die von Stofferahn genannten kulturellen Faktoren, die Gemeinschaften krisenfest machen, nicht nur naturgegeben. Wenn man sie nicht pflegt, können sie verfallen.

  9. Martin K. schreibt:

    Ich glaube nicht das Curt Stofferahn ernsthaft glaubt das man Haiti zu Japan machen könnte indem man da ein bisschen an der “Kultur” schraubt, was auch immer dieser schwammige begriff “Kultur” überhaupt sein soll. Er redet da um den heissen brei drumrum.
    Japan ist Japan wegen der Japaner. Deren Kollektives verhalten ist deren “kultur”, wenn man jetzt das verhalten mit der “kultur” erklärt, dann dreht man sich im Kreis.

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Psychologie: Menschen unter Druck ziehen sich auf die eigene ethnische Gemeinschaft zurück

Veröffentlicht am 9. Dezember 2012by

Multiethnischen Gesellschaften haben eine natürliche Tendenz zum inneren Konflikt: Psychologen der der Universität Yale haben bei Kleinkindern eine Neigung zur Ablehnung von Fremden und Bevorzugung von Angehörigen der eigenen ethnischen Gruppe festgestellt. Diese könne durch Erziehung zwar teilweise beeinflußt werden, aber spätestens unter Druck bzw. unter schwierigen Bedingungen falle der Mensch auch im Erwachsenenalter wieder auf dieses Muster zurück.

Die Psychologen bestätigen damit ein weiteres Mal eine schon seit längerem bekannte Tatsache, die in Krisensituationen regelmäßig zu beobachten ist. Zuvor hatten Endokrinologen der Universität Amsterdam Forschungsergebnisse veröffentlicht, die beschreiben, wie die Bindung an die eigene ethnische Gruppe im menschlichen Gehirn durch das Hormon Oxytocin verstärkt wird.

Die Vorbereitung auf Krisensituationen muß vom realen Menschen ausgehen, weil Wunschdenken hier gefährliche Folgen haben könnte. Man sollte daher grundsätzlich davon ausgehen, daß Menschen sich im Krisenfall (und auch außerhalb davon) ihrer Natur entsprechend verhalten werden, auf der eigenen wie auf der anderen Seite.

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Krisenvorbereitung: Die monastische Option

Ein Leser kritisierte, daß die Auseinandersetzung mit dem Thema Krisenvorbereitung durch bloße Diskussion nicht weiterkomme. Man müsse sich statt dessen praktisch und organisiert mit dem Thema auseinandersetzen.

Der Leser hat grundsätzlich Recht,wobei genau diese praktische Auseinandersetzung der Zweck des Projekt Ernstfall bzw. der dahinterstehenden Idee ist. Die im Blog stattfindende Diskussion krisenhafter Entwicklungen ist nur ein Teil desssen, worum es hier geht. Die Zeit für den praktischen Teil ist noch nicht gekommen.

Damit ist nicht gemeint, daß man nicht bereits jetzt schon individuell auf schwierigere Zeiten vorbereiten kann. Es ist immer richtig, seine körperliche Leistungsfähigkeit zu pflegen, ein Netzwerk von verläßlichen Personen aufzubauen, so unabhängig wie möglich von den fragilen Systemen der Gesellschaft zu werden, einige Vorräte anzulegen oder seine praktischen Fähigkeiten zu erweitern. Die bevorstehenden Krisen verlangen jedoch mehr als nur individuelle Vorbereitung, weil diese Krisen kein zeitlich begrenztes Ereignis sein werden, daß man inviduell überstehen und danach zum Alltag zurückkehren kann.

Wenn hier von Krisen die Rede ist, dann ist eine Serie von parallelen, jeweils Jahrzehnte umfassenden degenerativen Entwicklungen gemeint, in deren Zuge sich die Lebensbedingungen in Deutschland und Europa schrittweise bis an den Punkt des gesellschaftlichen Zusammenbruchs und darüber hinaus verschlechtern könnten. Nicht alle möglichen Szenare münden in den schlimmsten anzunehmenden Fall, aber einige tun es, und sie sind wahrscheinlich genug, um Vorkehrungen zu treffen.

Angesichts dieser Herausforderungen geht es nicht mehr um persönliche Vorbereitung auf schwierige Zeiten, sondern um das Ganze, das wichtiger ist als die Zukunft des einzelnen. Es geht darum, soviel wie möglich von der Substanz Deutschlands durch die Zeit der Krise zu retten, damit irgendwann auf dieser Grundlage ein Wiederaufbau möglich wird.

Dieses Konzept knüpft an Gedanken des u.a. von Oswald Spengler inspirierten US-amerikanischen Kulturhistorikers Morris Berman an, der in seinem Buch “The Twilight of American Culture” vor zehn Jahren, als die USA sich noch auf dem Höhepunkt ihrer Machtentfaltung wähnten, ihren geistigen Niedergang diagnostizierte und sie mit dem Römisch Reich in dessen Spätphase verglich. Um die verbliebene Substanz über die Zeit des Niedergangs und den zu erwartenden Kollaps hinaus zu retten, empfahl er die “monastische Option” in Anknüpfung an einige Mönche des Mittelalters, die das heidnisch-antike Erbe Europas teilweise erhalten konnten, während andere Christen große Teile davon vernichteten. In einer Besprechung des Buches heißt es:

To quote, David Knowles’s “Christian Monasticism”, the monasteries “became centres of light and life in a simple, static, semi-barbarian world, perserving and later diffusing what remained of ancient culture and spirituality”. “Or as the eminent historian Charles Homer Haskins said of them: “Set like islands in a sea of ignorance and barbarism, they had saved learning from extinction in Western Europe at a time when no other forces moved toward that end”.

Diese Form der Krisenvorbereitung, die höhere Ziele anstrebt als das physische Überleben des einzelnen, wird auch in der Dystopie “Fahrenheit 451” von Ray Bradbury beschrieben, auf die Berman hinweist. Dort sagt der Führer einer Gruppe von Menschen, die sich aus der sich selbst zerstörenden Gesellschaft zurückgezogen haben und den Inhalt verbotener Bücher auswendig lernten, um ihren Inhalt für spätere Zeiten zu bewahren:

Das wichtigste, was wir uns einhämmern mußten war, daß wir nicht wichtig sind. … Wir sind nicht mehr als die Schutzhüllen für die Bücher, sonst haben wir keine Bedeutung.

Die bevorstehenden Krisen bedrohen jedoch nicht nur das kulturelle Erbe der Völker Europas inklusive des deutschen Volkes, sondern auch ihr ethnisches Erbe, ohne das es niemals eine Erneuerung geben kann. Auf die kommenden Krisen bezogen muß die Umsetzung der monastischen Option daher weit mehr beinhalten als die Bewahrung von Kultur. Gleichzeitig umfassen die zu leistenden Aufgaben zwar auch klassische Bereiche der Krisenvorbereitung wie Sicherheit und die Bewältigung schwieriger Situationen, aber diese sind nur eine Grundlage des Angestrebten und nicht das eigentliche Ziel. Ein angemessener Ansatz der Krisenvorbereitung müsste alle diese Aspekte vereinen und sinnvoll aufeinander beziehen.

Bevor die praktische Arbeit beginnen kann, müssen viele Fragen beantwortet werden:

  • Welches Ziel wird verfolgt? Unsere Antwort darauf lautet: Es soll genug von der kulturellen und ethnischen Substanz Deutschlands über die Zeit der Krise hinaus erhalten werden, um auf dieser Grundlage irgendwann mit einem Wiederaufbau beginnen zu können.
  • Wie sehen die kommenden Krisen wahrscheinlich aus, welche Bedingungen herrschen in ihnen, wie werden sie sich vermutlich entwickeln, wie wird Deutschland davor, während und danach aussehen? Welche Schlußfolgerungen sind für das eigene Handeln zu ziehen? Ist Krise überhaupt der richtige Begriff für eine Entwicklung, die sich über einen sehr langen Zeitrum erstrecken könnte, und an deren vorläufigem Ende wahrscheinlich keine Rückkehr zum früheren Zustand stehen kann? Dazu ist eine Arbeitsgruppe aus fachlich qualifizierten Personen in Vorbereitung, die dazu eine Analyse erarbeiten soll.
  • Welche Fähigkeiten sind vorhanden? Die praktische Auseinandersetzung mit dem Thema umfasst den Rückmeldungen der Leser nach zu urteilen in Deutschland kurz- bis mittelfristig vermutlich höchstens einige hundert Personen, meist Männer jüngeren und mittleren Alters und ihre Familien. Anzusprechen sind Deutsche, die über den Horizont des Einzellebens hinaus blicken und bereit sind bei etwas mitzuwirken, das ihnen nur eingeschränkt persönlich nützt, und dessen Wirkung vielleicht erst ihre Nachkommen erfahren werden.
  • Wie können die zur Verfügung stehenden Fähigkeiten mit der erwarteten Lage so verknüpft werden, daß das Ziel erreicht werden kann? Wie muß das Vorhaben praktisch gestaltet werden (organisatorisch, rechtlich, finanziell)?

Für die Beantwortung dieser Fragen haben wir drei Jahre Zeit eingeplant. Danach beginnt der praktische Teil des Vorhabens, das hoffentlich nicht der einzige dieser Art bleiben wird.

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7 Antworten zu Krisenvorbereitung: Die monastische Option

  1. Diethelm schreibt:

    Für mich und einen überwiegenden Teil von Blutsbrüdern ist das schlimmste Krisenszenario das der ethnischen Durchmischung. Wir mögen Hungerkrisen, Wirtschaftskrisen, Kriegs- oder Besatzungskrisen, Klimakrisen, Währungskrisen, Naturkatastrophen und vieles mehr aushalten und danach weiter bestehen. Wenn allerdings der Punkt überschritten ist, wo mehr fremdes Blut in diesem Land vorhanden ist, als altes, dann ist dies – wie genannt – nicht mehr umkehrbar. Wenn wir nicht schnellstens anfangen diese Entwicklung zu stoppen, ist alles verloren. Das muss allen klar sein. Und das muss vielleicht zu geänderten Prioritäten führen.

    Und zur Definition von “Krise” und “Ernstfall” möchte ich anmerken, dass beides – im Bezug auf eine fremde Durchmischung – längst eingetreten ist. Ich weiß also ehrlich gesagt nicht, worauf wir noch warten sollen – auf eine offizielle Krisenbestätigung durch eine staatliche Definitionsmacht? Wohl kaum.

    Klar ist jedoch auch, dass eine Reaktion auf diese Krise/Ernstfall durchdacht stattfinden muss. Deshalb bin ich den Machern dieser Seite sehr dankbar, hier Zeit und Gedanken zu investieren. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass – wenn man allein die Entwicklung der letzten fünf Jahre nimmt – ein gesteigertes Bewußtsein anfängt sich durchzusetzen (fernab von Verschwörungstheorien).

    @ quer
    Dein Gedanke geht in die richtige Richtung!

  2. @quer
    Ich komme auf diese Punkte noch zurück. Demnächst wird es hier ein Forum mit unterschiedlichen Zugriffsebenen geben, in dem bestimmte Ideen dazu erst einmal ohne größeres Publikum diskutiert werden können.

    @Zweifler
    “Das schöne ist, wenn ich diese kosmischen Perspektiven einnehme, ist es mir auch egal, ob es ‘Deutschland’, die ‘Deutschen’ oder was von ihnen übrig ist, noch 100 Jahre länger oder kürzer gibt.”

    Man kann sich in der kosmischen Perspektive auch verlieren bzw. sich an ihr auch bis zur Verneblung der Sinne berauschen.
    Jemand anderes, der eine kosmische Perspektive einnimmt, ist der Technikphilosoph Ray Kurzweil, der eine transhumane Zukunft beschreibt, in welcher der Mensch bzw. dessen von ihm selbst biotechnisch geschaffene Nachfolger auf kosmischer Ebene handeln kann: http://singularity.com/aboutthebook.html
    In der Kette des Lebens, die vom Urschlamm bis zu den Sternen reicht, haben Deutsche in den letzten Jahrhunderten eine unverzichtbare Rolle gespielt, und sie könnten es weiterhin tun, wenn sie nicht die Lust dazu verlieren. In mir erzeugt die Perspektive, Teil einer bis ins Kosmische reichenden Erbfolge werden zu können, auf jeden Fall keine Gefühle von Gleichgültigkeit.
    Vielleicht werden unsere fernen Nachkommen irgendwann einmal so über die Deutschen reden wie wir heute über die Germanen, aber solange sie stolz auf ihr Erbe sein können, hätten wir unsere Pflicht getan.

  3. F451 schreibt:

    Nun gut, wenn ich anfange mich von Licht zu ernähren und Aluhüte zu tragen, dann beschäftige ich mich sowieso mit ganz anderen Problemen. Ist aber nicht für jeden eine Option.

  4. Zweifler schreibt:

    Ich lese zur Zeit John Leslies End of the World : The Science and Ethics of Human Extinction, das auf Brandon Carter’s ‘Doomsday Argument’ aufbaut (ist ein rein stochastisches Theorem, dass nichts mit Mayas oder Nostradamus zu tun hat). Entgegen der Meinung vieler macht dieses keine Aussagen darüber, wann das Ende kommt. Es besagt aber, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass wir diesem näher sind als wir denken, es sei denn wir nehmen an, dass wir uns einer extrem frühen Position aller Menschen befinden, die jemals gelebt haben werden.
    “Now consider the ‘doomsday argument’.1 Suppose that many
    thousand intelligent races, all of about the same size, had been
    more or less bound to evolve in our universe. We couldn’t at all
    expect to be in the very earliest, could we? Very similarly, it can
    seem, you and I couldn’t at all expect to find ourselves among the
    very first of many hundred billion humans—or of the many trillions
    in a human race which colonized its galaxy. We couldn’t at all expect
    to be in the first 0.1 per cent, let alone the first 0.001 per cent, of all
    humans who would ever have observed their positions in time.”
    Das schöne ist, wenn ich diese kosmischen Perspektiven einnehme, ist es mir auch egal, ob es ‘Deutschland’, die ‘Deutschen’ oder was von ihnen übrig ist, noch 100 Jahre länger oder kürzer gibt.

  5. F451 schreibt:

    Frage 2 finde ich persönlich am wichtigsten. In rechten Zusammenhängen ist das häufigste Denkmodell ja der Tag X, der mit einem nationalen Befreiungsschlag einhergeht. Das dieses auch gleichzeitig das unrealistischste Szenario darstellt, will vielen nicht in den Kopf. Kann man langfristige, negative gesellschaftliche Veränderungen überhaupt noch als Krise bezeichnen?Das ist der Punkt! Vor welchen Herausforderungen steht man selbst und der eigene Nachwuchs in einer sich so dramatisch veränderten Umwelt? Auch wenn die Zukunft noch im dunklen liegt, ist doch klar das es immer weitergehen wird. Das sieht man ja an Mittel und Südamerika. Siehe Stichwort “Brasilianisierung” Braucht man dafür nicht komplett andere Strategien? Auch ganz wichtig, es gibt kein zurück mehr in die Vergangenheit, das muß noch viel deutlicher kommuniziert werden.
    Selbst wenn man (Teil) Erfolg(e) hätte, es würde etwas neues entstehen, wenn auch hoffentlich auf einem festen, deutschen Fundament.
    Ich finde es jedenfalls schon sehr positiv, das man sich mit diesem großen Themenkomplex nüchtern und offenbar ohne ideologische Scheuklappen beschäftigen will.

  6. quer schreibt:

    Ein Nachtrag:
    Mitglieder eines solchen “Neuen Deutschen Ordens” könnten durchaus alle Menschen deutscher Zunge sein. Also durchaus Grenzübergreifend.

  7. quer schreibt:

    Aufbauend auf – und/oder verknüpfend mit – den identitären Bewegungen wäre die Gründung eines weltlichen „Neuen Deutschen Ordens“, verbunden mit einem strengen Verhaltenskodex und selektiver Aufnahmebedingungen.

    Über die Gestaltung eines solchen Ordens mache ich mir derzeit intensive Gedanken. Kernpunkte müßten sein:

    1) Wille und Fähigkeit, eine auf Dauer (!) angelegte Familie zu begründen. Dies impliziert eine gewisse Charakterstärke, die durchaus prüfbar ist.
    2) Erziehung der Kinder möglichst entfernt von staatlichen Strukturen.
    3) Streben nach Bildung im jeweils individuell möglichen Rahmen. Weit über das hinaus, was heute etwa an Schulen “gelehrt” wird.
    4) Umfassende Allgemeinbildung
    5) Meisterschaft im jeweiligen Handwerk
    6) Wehrfähigkeit, Wehrwilligkeit
    7) Einwandfreie Lebensführung, unbedingte Vertrauenswürdigkeit.

    Das ist natürlich nur ein grobes Raster. Immerhin könnte ein solches Beginnen und solche Struktur die obigen Fragen beantworten.

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Krisenvorbereitung: Umgang mit Amokläufen

Unter dem Leitsatz “Run, Hide, Fight” erklärt dieses Video die Grundsätze individueller Bewältigung von Amokläufen für unbewaffnete Personen:

Die angewendeten Prinzipien sind auch auf andere Situationen übertragbar, etwa terroristische Angriffe nach dem Vorbild von Mumbai 2008.

Da von einer Tötungsabsicht des oder der bewaffneten Täter auszugehen ist, sind unbewaffnete Personen grundsätzlich im Nachteil, weshalb der Schwerpunkt des eigenen Vorgehens im Ausweichen liegen sollte. Je größer die Distanz zwischen sich selbst und dem Angreifer ist (etwa nach Flucht aus dem Gebäude), je weniger man für den Angreifer sichtbar ist (etwa im Versteck) und je schwieriger die Distanz für ihn zu überwinden ist (etwa wegen verbarrikadierter Türen), desto sicherer ist man. Die Lehrerin Kaitlin Roig hat hier beim aktuellen Fall in den USA alles richtig gemacht, wobei diese Bewertung durch jemanden, der nicht dabei war, immer etwas anmaßend ist.

Wie Übungen zeigen, kann im äußersten Fall erforderlicher Widerstand gegen einzuelne Amokläufer Aussicht auf Erfolg haben, insbesondere wenn man ein Überraschungsmoment erzeugen kann und wenn der Angreifer eine Langwaffe verwendet. Auf engem Raum und gegen mehrere für den Angreifer überraschend auftretende Personen, welche die Distanz zum Angreifer rasch überwinden, ist der Angreifer mit Langwaffe deutlich im Nachteil. Die Waffe ist auf kürzeste Distanzen weitgehend nutzlos und behindert ihn sogar im Nahkampf. Bei entschlossenem Widerstand ist das Risiko für die Widerstand leistenden Personen zwar immer noch hoch, da diese ja zunächst eine gewisse Distanz überwinden müssen, aber meist geringer als Risiken in Folge von Passivität.

Das eigene Risiko betrachten einige Menschen zudem als nachrangig, etwa einige Lehrer, welche ihre Pflicht zur Verteidigung ihrer Schüler auch unter Aufgabe des eigenen Lebens wahrzunehmen bereit sind. Obwohl moderne Gesellschaften sich als postheroisch verstehen und auf der Maximierung von individuellen Eigennutz beruhen, gibt es auch in Deutschland noch viele antimoderne und heroische Menschen, von denen man leider häufig nicht einmal den Namen erfährt. Ob man selbst dazugehört, wird man erst wissen, wenn man unter ähnlichen Bedingungen handeln muß.

Fehlgeleitet ist hingegen die jetzt wieder auch in Deutschland aufkommende Diskussion, die Waffen zum Problem erklärt und nicht die sie mißbräuchlich verwendeten Menschen. In den Händen der richtigen Personen (dazu gehören auch viele Bürger) können Waffen ein Gewinn für eine Gesellschaft sein. Dies zeigt die friedliche Schweiz, wo privater Waffenbesitz häufig sogar militärische Waffen mit einschließt, was Teil der dortigen Kultur der Wehrhaftigkeit ist, die dem Land über lange Zeit gute Dienste geleistet hat.

Umgekehrt konnten Waffengesetze den letzten Amoklauf in den USA nicht verhindern, wo der Amokläufer mindestens drei dieser Gesetze gebrochen hat. Zusätzliche Gesetze hätten an seiner Tötungsabsicht und seiner Motivation, sich illegal Waffen zu verschaffen, wohl nichts geändert. Dies gilt für Kriminelle weltweit: In Frankreich, wo es ein restriktives Waffengesetz gibt, können sich arabische Banden illegal militärische Sturmgewehre beschaffen, während der Bürger unbewaffnet bleiben muß. Eines der strengsten Waffengesetze der Welt hat Mexiko, wo vergangenes Jahr mehr Menschen durch illegal bewaffnete Banden getötet wurden als in vielen Kriegsgebieten.

Wer auf politischer Ebene etwas für die öffentliche Sicherheit tun will, müßte stärker gegen illegale Waffenbesitzer vorgehen, die in Deutschland für fast alle mit Schußwaffen verübten Straftaten verantwortlich sind. Auch Amokläufe wie der von Winnenden oder der von Erfurt wurden mit illegal erlangten Waffen verübt.

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7 Antworten zu Krisenvorbereitung: Umgang mit Amokläufen

  1. agentjoerg schreibt:

    Fehlgeleitet ist hingegen die jetzt wieder auch in Deutschland aufkommende Diskussion, die Waffen zum Problem erklärt und nicht die sie mißbräuchlich verwendeten Menschen. In den Händen der richtigen Personen (dazu gehören auch viele Bürger) können Waffen ein Gewinn für eine Gesellschaft sein.

    http://ef-magazin.de/2012/12/18/3912-das-verbrechen-von-newtown-was-solche-taten-verhindert-und-was-nicht

    Bei der Tat von Grundy, Virginia, aus dem Jahr 2002 waren nur drei Tote zu beklagen. Zwei Studenten der Appalachian Law School schafften es, den Täter zu entwaffnen. Das Bemerkenswerte war die Berichterstattung in nahezu allen Medien: Kaum ein Journalist erwähnte, dass die beiden Studenten Schlimmeres verhüten konnten, weil sie bewaffnet waren — und somit gegen besagtes Gesetz verstießen.

    „Der einzige regulatorische Faktor, der einen gleichbleibenden signifikanten Einfluss auf öffentliche Massaker hat, ist die Verabschiedung von Gesetzen zum verdeckten Führen von Waffen.“ Mit anderen Worten: Was Amokläufer abschreckt, sind nicht Gesetze, die sie vermeintlich entwaffnen sollen; es sind im Gegenteil Gesetze, die sie dem Risiko aussetzen, auf bewaffnete vermeintliche Opfer zu treffen.

    Doch Schusswaffen sind, wie die Erfahrungen aus dem Vereinigten Königreich zeigen, durch Verbote nicht aus der Welt zu schaffen; sie sind danach nur für gesetzestreue Bürger unerreichbar.

    Auch in Israel waren nach dem Ma’alot-Massaker Stimmen zu hören, die strengere Waffengesetze forderten. Doch die Politik dort sprang über ihren Schatten und liberalisierte die Gesetze stattdessen, Lehrer und andere Erwachsene dürfen seitdem auch in Schulen Waffen führen. Wie sich zeigte, wird der Spuk beendet, wenn man die Täter dem Risiko aussetzt, auf bewaffnete Opfer zu treffen.

  2. quer schreibt:

    @Maecella,
    Sie stellen Dummheit und Gefährlichkeit von Menschen in den Zusammenhang von Waffenbesitz.
    Da Sie in Deutschland praktisch nur unter zwei Bedingungen an Waffen gelangen können (Schützenverein, Jagdschein), in Österreich und der Schweiz dagegen wesentlich unkomplizierter, müßten demzufolge in A und CH die Dummen und Gefährlichen weit mehr verbreitet sein, als in D.

    In der Summe aller bekannter Amokläufe der drei Länder nimmt aber D einen Spitzenplatz ein. Wie erklären Sie das?

  3. @Wifman
    Die kriminalitätsverringende Wirkung liberaler Waffengesetze ist zumindest in den USA nachweisbar, wenn diese Gesetze so liberal sind, daß sie jedem nichtkriminellen Bürger das verdeckte Führen von Schußwaffen erlauben. Unter diesen Bedingungen sei Chancengleichheit zwischen Bürger und Kriminellem hergestellt, was den Anreiz für Kriminalität reduziere: http://www.press.uchicago.edu/Misc/Chicago/493636.html

  4. Marcella schreibt:

    Leider sind Menschen nunmal dumm und damit auch gefährlich. Also warum Waffen in die Welt streuen, die eine mäßige Gefahr zu einer enormen machen.

  5. quer schreibt:

    “……..die friedliche Schweiz, wo privater Waffenbesitz häufig sogar militärische Waffen mit einschließt, was Teil der dortigen Kultur der Wehrhaftigkeit ist,….”

    @Ernstfall,
    das ist nur ein Teil der Wahrheit. Seit ca. 2000 wurde auch in der CH das Waffenrecht verschärft. Bis dahin war es in einigen Kantonen den Bürgern gestattet, nicht nur eine Waffe zu besitzen, sondern sie (Pistole z.B.) auch in der Öffentlichkeit zu führen. Das ist nun vorbei.

    Seither haben Überfälle Krimineller mit Waffengewalt signifikant zugenommen. Dies wird entgegen der Polizeistatistik von politisch interessierten Kreisen systematisch ausgeblendet und bestritten. Ganz anders verhält es sich mit Einbrüchen. Hier wird so mancher “Ortsunkundige” mit einer Waffe konfrontiert, die auch benutzt wird. Dieses Feld der Kriminalität hält sich durchaus in Grenzen.

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